Wo leben die Flüchtlinge weltweit? Diese Karte zeigt die Verteilung von Flüchtlingen (ohne Asylsuchende und Binnenvertriebene). Stand: Mitte 2015. Quelle: UNHCR. © AI
Wo leben die Flüchtlinge weltweit? Diese Karte zeigt die Verteilung von Flüchtlingen (ohne Asylsuchende und Binnenvertriebene). Stand: Mitte 2015. Quelle: UNHCR. © AI

Migration 24 Menschen pro Minute entwurzelt

Erschienen in «AMNESTY – Magazin der Menschenrechte» vom August 2016.
Rund 65 Millionen Menschen weltweit mussten ihr Zuhause wegen Konflikten und Vertreibung verlassen. Das ist eine traurige Rekordzahl, wie das Uno-Hochkommissariat für Flüchtlinge UNHCR Ende Juni meldete.

Die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden hat Europa in den vergangenen Jahren vor grosse Herausforderungen gestellt. Fakt ist aber auch: Der allergrösste Teil der Menschen auf der Flucht, nämlich 86 Prozent von ihnen, lebt ausserhalb Europas.

Von den rund 65 Millionen entwurzelten Menschen haben 3,2 Millionen Ende 2015 auf die Entscheidung ihres Asylantrages gewartet, sind also Asylsuchende. 21,3 Millionen sind Flüchtlinge ausserhalb des eigenen Landes. 40,8 Millionen Menschen sind sogenannte Binnenvertriebene: Sie sind innerhalb ihres Heimatlands auf der Flucht.

Die Hälfte der Flüchtlinge weltweit stammt aus nur drei Ländern: Syrien, Afghanistan und Somalia. Die Türkei ist das Land mit den meisten Flüchtlingen weltweit, dahinter kommt Pakistan. In Kenia befinden sich 400'000 SomalierInnen im weltgrössten Flüchtlingslager Daadab, das geschlossen werden soll. In Äthiopien, das selbst unter Dürre und Armut leidet, leben 700'000 Flüchtlinge aus Eritrea und dem Südsudan. Kolumbien hat mit 6,9 Millionen die höchste Zahl von Binnenvertriebenen, danach folgen Syrien und Irak.

Immer mehr Menschen sind von Flucht und Vertreibung betroffen: Im Jahr 2005 wurden durchschnittlich 6 Menschen pro Minute entwurzelt, heute sind es 24 Menschen pro Minute. Hinter all diesen grossen Zahlen stehen einzelne Schicksale: Menschen mit Hoffnungen und Ängsten. Ein paar von ihnen bringen wir Ihnen näher:  So  Manube N'Daye – einer von Tausenden MigrantInnen in Nordafrika, der in Mali gestrandet ist. Wir schildern das Rezept der australischen Regierung, um die Asylsuchenden fernzuhalten, was zu massiven Verletzungen derer Rechte führt. Und wir haben uns mit dem Migrations-Experten Alberto Achermann darüber unterhalten, ob der aktuelle Flüchtlingsbegriff überhaupt noch zeitgemäss ist.

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