Flagge von Sri Lanka auf Steinmauer
Symbolbild (Flagge von Sri Lanka auf Steinmauer) © pixabay
Offen
Urgent Action − Sri Lanka

Häftlinge vor Folter und Misshandlung schützen!

Nach der Niederschlagung eines Gefängnisaufstands in Negombo im Westen Sri Lankas, bei dem am 5. und 6. Juli mindestens 28 Menschen getötet wurden – darunter mindestens sieben Gefängniswärter –, wurden Hunderte Häftlinge in andere Haftanstalten des Landes verlegt. Menschenrechtsorganisationen berichten, dass die Verlegten dort Folter, Misshandlungen und Vergeltungsmassnahmen ausgesetzt sind. Die Behörden haben bereits zwei Todesfälle gemeldet.

Jetzt mitmachen

Setzen Sie sich für die gefährdeten Häftlinge ein:
Senden Sie einen Appellbrief per PostE-Mail oder über die sozialen Medien (X/Twitter).

Mitmachen bis 10. Oktober 2026

Briefvorlagen

Adressen

Minister für Justiz und Nationale Integration:
Hon. Harshana Nanayakkara
Minister of Justice and National Integration
19 Sri Sangaraja Mawatha
Colombo 10
SRI LANKA
E-Mail: minister@moj.gov.lk und/oder secretariageneral@guerrero.gob.mx
X/Twitter: @MOJSriLanka

Kopien an 

Botschaft der Demokratischen Sozialistischen Republik Sri Lanka
Niklasstrasse 19
D-14163 Berlin
DEUTSCHLAND
Fax: 0049 30/ 80 90 97 57
E-Mail: slemb.berlin@mfa.gov.lk
 
Mr. Prasad Hemantha Kumara 
Acting Commissioner General of Prisons  
E-Mail: prisons@sltnet.lk 
 
Ms. Ayesha Jinasena, PC
Secretary, Ministry of Justice
E-Mail: secretary@moj.gov.lk  

Social Media Guide

At least two prisoners transferred from Negombo Prison following clashes have died. Independently investigate their deaths and protect the transferred Negombo inmates from #torture and #illtreatment 

@MOJSriLanka

Hintergrund

Zwei Tage lang erschütterten schwere Unruhen das Gefängnis der Küstenstadt Negombo, bei denen mindestens 28 Menschen ums Leben kamen. Nach dem Aufstand wurden Hunderte Häftlinge in verschiedene Haftanstalten im ganzen Land verlegt. Ihre Situation gibt Anlass zu grosser Sorge. Bereits am 8. Juli berichteten lokale Medien über den Tod eines Häftlings, der nach seiner Verlegung in das Hochsicherheitsgefängnis in Boossa an einer «plötzlichen Erkrankung» gestorben sein soll. Am selben Tag starb ein weiterer Häftling, der in das Gefängnis von Agunukolapelessa verlegt worden war. Nach Angaben sri-lankischer Menschenrechtsorganisationen, darunter das Komitee zum Schutz der Rechte von Gefangenen und die Menschenrechtskommission Sri Lankas, wurden weitere verlegte Häftlinge gefoltert oder anderweitig misshandelt. Es besteht die Gefahr weiterer Repressalien und Vergeltungsmassnahmen.

Zudem haben Angehörige von Häftlingen, die aus dem Gefängnis in Negombo verlegt worden waren, seit der Verlegung keine Informationen von den Gefängnisbehörden über den Verbleib ihrer Angehörigen erhalten.

Zusätzliche Besorgnis löst die Stimmung innerhalb des Gefängnispersonals aus. Nach einer offiziellen Trauerfeier im Gefängnis von Welikada zu Ehren der verstorbenen Gefängnismitarbeiter*innen sind Amnesty International Berichte über hochkochende Emotionen unter den Beschäftigten des Strafvollzugs zugegangen. Vor diesem Hintergrund wächst die Sorge, dass verlegte Häftlinge verstärkt Folter, Misshandlungen oder anderen Vergeltungsmassnahmen ausgesetzt sein könnten.

Die Ereignisse verdeutlichen zugleich die tiefgreifenden strukturellen Probleme des sri-lankischen Strafvollzugssystems, insbesondere die chronische Überbelegung vieler Haftanstalten. Um Folter und Misshandlungen wirksam zu verhindern, muss Sri Lanka dringend einen unabhängigen und effektiven nationalen Präventionsmechanismus für den Strafvollzug einrichten.
 

Der UN-Unterausschuss zur Verhütung von Folter hatte bereits nach seinem zweiten Besuch in Sri Lanka im Juni 2026 – nur wenige Wochen vor den Ausschreitungen in Negombo – die anhaltenden Missstände im Strafvollzug angeprangert. Er kritisierte insbesondere die lange Untersuchungshaft, die chronische Überbelegung von Gefängnissen und anderen Hafteinrichtungen sowie die mangelhaften Haftbedingungen generell.

Die Menschenrechtskommission Sri Lankas zeigte sich angesichts der Berichte über Folter und Misshandlungen verlegter Häftlinge besorgt. In einer öffentlichen Erklärung forderte sie den Generaldirektor der Gefängnisse auf, die Sicherheit der Inhaftierten zu gewährleisten und der Kommission uneingeschränkten Zugang zu den Haftanstalten zu ermöglichen. Einem Krisenteam der Menschenrechtskommission, das noch in der Nacht vom 7. Juli das Gefängnis von Welikada aufsuchte, wurde der Zugang jedoch verwehrt.

Die sri-lankische Regierung kündigte am 6. Juli an, die Ereignisse im Gefängnis von Negombo durch einen dreiköpfigen Untersuchungsausschuss prüfen zu lassen.

Details

UA-Nummer:
Erscheinungsdatum | Aktualisiert am:
Index:
UA 073/26
10.07.2026 | -
ASA 37/1284/2026
Voraussichtlich mitmachen bis: 10. Oktober 2027
Ganze Urgent Action (Word): deutsch
english
Nur der Modellbrief (Word): deutsch
english

Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.

English version

Prisoners at risk of torture and ill-treatment

On 5 and 6 July, violence inside Negombo Prison in western Sri Lanka left at least 28 people dead, including at least seven prison officials. Following this, Negombo Prison was declared a crime scene and hundreds of inmates were transferred to various prisons around Sri Lanka. On 8 July, local media reported the death of an inmate transferred to Boossa High Security Prison, following a «sudden illness». On the same day, another inmate transferred to Agunukolapelessa Prison also died. Sri Lankan human rights groups have raised concerns that transferred inmates have been subjected to torture and other ill-treatment. Amnesty International is concerned about the risk of custodial torture, ill-treatment, reprisals and retaliatory violence against the transferred inmates and calls on the authorities to ensure their protection and to investigate the custodial deaths and all allegations of torture and other ill-treatment.

The UN Subcommittee on Prevention of Torture (SPT) raised alarm after its second visit to the country just weeks before the incident in June 2026, over prolonged pre-trial detention, overcrowding and inadequate conditions in detention facilities and other places where people are deprived of liberty.

On 6 July, the Sri Lankan government announced that a three-person committee would investigate the violence at Negombo prison.

The Human Rights Commission of Sri Lanka (HRCSL) expressed concern over the inmates’ torture and ill-treatment allegations and released a statement directing the Commissioner General of Prisons to protect inmates and ensure the Commission is able to access prisons.

An HRCSL Rapid Response Unit that visited Welikada Prison on the night of 7 July was denied access.

Link to Amnesty media quote:
Sri Lanka: Deaths of transferred Negombo prisoners following clashes must be urgently investigated (9 July 2026)

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Please take action before 10 October 2026.

You'll find all necessary adddress- and social media information above. English model letter as a Word-file.