Aloys (links), Bahati (Mitte), Patient (rechts) © Privat
Offen
Urgent Action − Demokratische Republik Kongo

Drei Männer Opfer von Verschwindenlassen

Von den drei Männern Aloys Bigirumwami, Bahati Nshangalume und Patient Basimike Bukombe Barhuze fehlt jede Spur, seit sie von Mitgliedern der bewaffneten Gruppe M23 verschleppt wurden. Die M23 ist eine der zahlreichen Parteien des bewaffneten Konflikts in der DR Kongo. Aloys Bigirumwami wurde am 13. Mai 2025 das letzte Mal gesehen, Bahati Nshangalume am 26. Oktober und Patient Basimike Bukombe Barhuze am 17. Dezember. Sowohl der Grund für ihre Entführung als auch ihr Aufenthaltsort sind unbekannt. Sollten sich die Männer im Gewahrsam der M23 befinden, müssen sie umgehend und bedingungslos freigelassen werden.

Jetzt mitmachen

Setzen Sie sich für Aloys Bigirumwami, Bahati Nshangalume und Patient Basimike Bukombe Barhuze ein:
Senden Sie einen Appellbrief E-Mail und tweeten/posten Sie in den sozialen Medien: X/Twitter sowie für einige Zielpersonen per Whatsapp.

Postversand bei dieser UA leider nicht möglich.

Mitmachen bis 22. Juli 2026

Briefvorlagen

Adressen

Politischer Führer der Alliance Fleuve Congo / M23:
Coordinateur politique de l’Alliance fleuve Congo / M23
Corneille Nangaa

Der beste Kanal für Ihren Appell ist:
X/Twitter: @CNangaa

E-Mail: revolutionconstitutionnelle@gmail.com
(=für alle, die nicht auf Social Media aktiv sind)


Wichtige zusätzliche Zielpersonen:
Es ist von entscheidender Bedeutung, dass an die drei unten aufgeführten Hauptziele auch Appelle gesendet werden:
M23-appointed Governor of South-Kivu province Patrick Busu Bwa Ngwi Nshombo
WhatsApp: +243 814 650 331
X/Twitter: @BNgwi

M23-appointed Governor of North-Kivu province Joseph Bahati Musanga
WhatsApp: +243 858 790 229

M23-appointed Mayor of Goma Julien Katembo
WhatsApp: +243 975 108 659

Kopien an 

Botschaft der Demokratischen Republik Kongo
Sulgenheimweg 21
Postfach 2235
3001 Bern
E-Mail: rdcambassy@bluewin.ch

Social Media Guide

Targets on X/Twitter:
@CNangaa
@BNgwi

Suggested Tweets:
We are alarmed by the enforced disappearance in the context of the armed conflict of Aloys Bigirumwami,Bahati Nshangalume and Patient Basimike Bukombe Barhuze, last seen after being taken by fighters believed to be affiliated with M23/AFC. Civilians must never be targeted. @BNgwi @CNangaa #CiviliansNotATarget 

On 26 Oct 2025, Bahati Nshangalume, a businessman from South Kivu, went to an M23 camp in Luhwindja to discuss a mining transaction with an M23 commander. He has not been seen since. His family has received no information on his fate. 

On 17 December 2025, men in military uniform who appeared, according to witnesses, to be M23 fighters, abducted Patient Basimike Bukombe Barhuze, an employee of the Higher Institute of Medical Technology, from a primary school in Munya, near Nyangezi, South Kivu where he was working at the time. He has not been seen since. This is an enforced disappearance in the context of the current armed conflict. 

On 13 May 2025, Aloys Bigirumwami – a youth activist – was taken away in M23 vehicle. He has not been since since. 

We call on M23/AFC leadership to immediately and unconditionally release Aloys Bigirumwami, Bahati Nshangalume and Patient Basimike Bukombe Barhuze and to disclose their whereabouts without delay. 

All civilians held by M23/AFC must be protected from torture and ill-treatment and immediately released. 

M23/AFC must stop the arbitrary detention of civilians and end the practice of transferring detained civilians to military training camps in Rumangabo and Tchanzu. Civilians are not combatants. 

Human rights investigations have documented killings, torture, enforced disappearances in the current armed conflict abductions and ransom demands by the armed group M23 in Goma and Bukavu. These abuses may amount to war crimes. 

International humanitarian law strictly prohibits armed groups from arbitrarily detaining civilians, torturing detainees, or holding people hostage for ransom. These violations must stop now. 

Silence and denial enable abuse. We urge national, regional, and international actors to increase pressure on M23/AFC to end abductions, release all unlawfully detained civilians, and allow independent monitoring. 

Hintergrund

Aloys Bigirumwami, Bahati Nshangalume und Patient Basimike Bukombe Barhuze, drei Männer aus dem Osten der DR Kongo, wurden im Laufe des Jahres 2025 jeweils separat von Mitgliedern der bewaffneten Gruppe M23 entführt. Seitdem fehlt jede Spur von ihnen.

Am 13. Mai 2025 nahmen M23-Kämpfer bei einer Razzia in Goma, der Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu, Hunderte Erwachsene und Kinder fest. Der von der M23 ernannte Bürgermeister von Goma, Julien Katembo, erkannte in der Menschenmenge den Menschenrechtsverteidiger Aloys Bigirumwami, ein Mitglied der Jugendbewegung Lutte pour le Changement (LUCHA). Julien Katembo forderte Aloys Bigirumwami auf, die Waffen auszuhändigen, die er in Kiwanja, einer Stadt im Territorium Rutshuru, zurückgelassen habe; ohne allerdings zu belegen, dass Aloys Bigirumwami jemals Waffen besessen hatte. Aloys Bigirumwami wurde daraufhin in einem Fahrzeug der M23 mitgenommen und seither nicht mehr gesehen.

Am 26. Oktober 2025 traf sich Bahati Nshangalume, der im Bergbausektor tätig ist, mit einem M23-Kommandanten im Militärlager der M23 in Luhwindja, um ein Bergbaugeschäft zu besprechen. Seither fehlt von ihm jede Spur. Seine Familienangehörigen haben sich bei der Vertretung der M23 nach seinem Verbleib erkundigt, aber keine Informationen erhalten.

Am 17. Dezember 2025 entführten Männer in Militäruniform, die laut Zeugenaussagen wie M23-Kämpfer aussahen, Patient Basimike Bukombe Barhuze, einen Angestellten der Hochschule Higher Institute of Medical Technology, aus einer Grundschule in Munya in der Nähe von Nyangezi in der Provinz Süd-Kivu, wo er zu diesem Zeitpunkt arbeitete. Auch er wurde seither nicht mehr gesehen.

Die Praxis des Verschwindenlassens in bewaffneten Konflikten verstösst gegen das humanitäre Völkerrecht und speziell gegen die Genfer Abkommen von 1949 und ihre Zusatzprotokolle zum Schutz von Zivilpersonen. Das Verschwindenlassen von Zivilpersonen und die Bedrohung von Menschenrechtsverteidiger*innen in bewaffneten Konflikten, wie es im Fall von Aloys Bigirumwami geschehen ist, stellen möglicherweise Kriegsverbrechen dar.

Im bewaffneten Konflikt in der DR Kongo haben Kämpfer der bewaffneten Gruppe M23, die von Ruanda unterstützt wird, Zivilpersonen verschleppt, gefoltert und getötet. Amnesty International hat Fälle dokumentiert, in denen Gefangene als Geiseln gehalten wurden und in Hafteinrichtungen in Goma und Bukavu unmenschlichen Bedingungen ausgesetzt waren. Die Inhaftierten schilderten, wie sie in überfüllten, unhygienischen Zellen ohne ausreichend Nahrung, Wasser, sanitäre Einrichtungen oder medizinische Versorgung festgehalten wurden. Den meisten wurde der Zugang zu ihren Familien oder Rechtsbeiständen verweigert. Oft verlangt die M23 von den Familien Lösegelder für die Freilassung ihrer Angehörigen, die von weniger als 100 US-Dollar bis zu mehr als 2.000 US-Dollar reichen können.

Amnesty sind mehrere M23-Hafteinrichtungen in Goma (Nord-Kivu) und Bukavu (Süd-Kivu) bekannt, darunter auch die Zentrale des ehemaligen Geheimdienstes in Bukavu. Ein ehemaliger Inhaftierter gab an, dort jeden Morgen von M23-Kämpfern ausgepeitscht worden zu sein. Weitere ehemalige Gefangene sagten, dass M23-Kämpfer ihren Familien den Zugang verweigerten und abstritten, dass die Betroffenen dort inhaftiert seien, was dem Verschwindenlassen gleichkommt. Amesty International sprach mit 18 ehemaligen Gefangenen, die angaben, entweder gefoltert worden zu sein oder die Folterung anderer beobachtet zu haben.

Das humanitäre Völkerrecht verbietet es allen Konfliktparteien, willkürlich Zivilpersonen zu inhaftieren – das gilt auch für organisierte bewaffnete Gruppen wie die M23. Zudem untersagt das humanitäre Völkerrecht Mord, grausame Behandlung, Folter und die Verletzung der persönlichen Würde wie z. B. die erniedrigende und entwürdigende Behandlung von Gefangenen. Auch das Verschwindenlassen von Personen in bewaffneten Konflikten ist explizit verboten. Zudem machen sich M23-Mitglieder möglicherweise des Kriegsverbrechens der Geiselnahme schuldig, wenn sie Zivilpersonen inhaftieren und von deren Familienangehörigen ein Lösegeld für ihre Freilassung fordern.

_

DRC: M23 kill, torture and hold civilians hostage at detention sites – new investigation (Extended Press release, Amnesty UK - 27 May 2025)

Details

UA-Nummer:
Erscheinungsdatum | Aktualisiert am:
Index:
UA 003/26
22.01.2026
AFR 62/0620/2026
Voraussichtlich mitmachen bis: 22. Juli 2026
Ganze Urgent Action (Word): deutsch
english
Nur der Modellbrief (Word): deutsch
english
français

Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.

English version

Three men abducted by M23 armed group

Aloys Bigirumwami, Bahati Nshangalume and Patient Basimike Bukombe Barhuze are three Congolese men from eastern Democratic Republic of Congo (DRC) who were forcibly disappeared by fighters from the armed group, the March 23 Movement (M23) in the context of the current armed conflict. Aloys Bigirumwami was last seen on 13 May 2025, Bahati Nshangalume 26 October 2025, and Patient Basimike Bukombe Barhuze on 17 December 2025. To date, the reason for their abduction and location are unknown. Amnesty International calls on M23 authorities to immediately disclose the fate and whereabouts of all three men, and if in their custody, ensure they are released immediately and unconditionally.

Fighters of the Rwanda-backed M23 fighters have killed, tortured and forcibly disappeared civilians in the context of the armed conflict. Amnesty has documented cases of detainees held hostage and subjected to inhumane conditions at detention sites in Goma and Bukavu. Detainees described how they were held in overcrowded, unsanitary cells without sufficient food, water, sanitation facilities or healthcare. Most were denied access to their families and lawyers. In addition, M23 often requires families to pay large ransoms to secure the release of their family members. Ransoms range from a less than US$100 dollars to more than US$2,000.

Amnesty is aware of multiple M23 detention sites in Goma (the capital of North Kivu province) and Bukavu (the largest city in South Kivu), including the office of the former intelligence service in Bukavu. One former detainee held there said he was whipped every morning by M23 fighters. Former detainees also described how M23 fighters refused to grant their families access and told their relatives that they were not there, which amounts to enforced disappearances. Amesty International interviewed 18 former detainees who said they were either tortured or witnessed M23 fighters torture others in detention. DRC: M23 kill, torture and hold civilians hostage at detention sites – new investigation

International humanitarian law (IHL) prohibits parties to the conflict, including organized armed groups such as M23, from arbitrarily detaining civilians. Murder, cruel treatment and torture, as well as outrages upon personal dignity, in particular humiliating and degrading treatment against detainees, as well as enforced disappearances in the context of an armed conflict, are also prohibited under IHL and may amount to war crimes. Moreover, M23’s detention of civilians to compel them or their family members to pay for their release may amount to the war crime of taking hostages.

_
Please take action before 22 July 2026.

You'll find all necessary adddress- and social media information above. English model letter as a Word-file.