© Le Chi Thanh
Offen
Urgent Action − Thailand

Vietnamesischem Aktivist droht Abschiebung und Folter

Am 6. März nahm die thailändische Einwanderungsbehörde Le Chi Thanh fest. Seitdem ist er im Suan-Phlu-Einwanderungsgefängnis in Bangkok in Haft. Le Chi Thanh ist ein Anti‑Korruptionsaktivist aus Vietnam. Dort war er früher bereits im Gefängnis und wurde gefoltert. Nach seiner Freilassung ging er nach Thailand und lebt dort seither als Flüchtling. Jetzt droht ihm die sofortige Abschiebung zurück nach Vietnam.

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Setzen Sie sich für Le Chi Thanh ein:
Senden Sie einen Appellbrief per Post, per E-Mail und tweeten/posten Sie in den sozialen Medien (X/Twitter, Facebook)

Mitmachen bis 30. September 2026

Briefvorlagen

Adressen

Premierminister:
Prime Minister Anutin Charnvirakul
Government House
1 Phitsanalok Road
Bangkok
Thailand
E-Mail: prforeign@prd.go.th


Kopien an

Königlich Thailändische Botschaft
Kirchstrasse 56
3097 Liebefeld
Fax: 031 970 30 35
E-Mail: thaiembassy.BEN@mfa.go.th
X/Twitter: @RTE_Bern
FB: ThaiEmbBern

Social Media Guide

Suggested message on social media:
The Thai authorities must immediately release Le Chi Thanh and refrain from returning him to Viet Nam, where he could face serious human rights violations such as torture and other ill-treatment. #FreeLeChiThanh

Hashtag:
#FreeLeChiThanh

Thailand’s social media accounts:
PM Anutin Charnvirakul: https://www.facebook.com/profile.php?id=100001536522818  
Thai government: https://x.com/thaigov1  
Thailand’s Ministry of Foreign Affairs: https://x.com/MFAThai  
Thailand’s Ministry of Justice: https://x.com/pr_moj  

Viet Nam’s social media accounts:
Viet Nam UN Mission: https://twitter.com/vietnam_un  
Viet Nam Ministry of Foreign Affairs: https://twitter.com/MOFAVietNam  
Viet Nam Government Portal: https://twitter.com/VNGovtPortal 
Viet Nam official of Government Information: https://www.facebook.com/thongtinchinhphu 

Hintergrund

Le Chi Thanh war früher Polizist in Vietnam. Er machte Korruption und Machtmissbrauch bei Polizei und Sicherheitsbehörden öffentlich und teilte seine Informationen in den Sozialen Medien. In den Jahren 2021 und 2022 wurde er mittels einer erfundenen Anklage zu insgesamt fünf Jahren Haft verurteilt – nur weil er sich friedlich zu sozialen und politischen Themen geäussert hatte. Nach seiner Freilassung reiste er legal nach Thailand ein und bekam dort später auch eine Arbeitserlaubnis. Doch nun behaupten die thailändischen Behörden, dass seine Arbeitserlaubnis ungültig geworden sei. Sie begründen das damit, dass die vietnamesischen Behörden seinen Reisepass für ungültig erklärt hätten. Davon wusste Le Chi Thanh bis zu seiner Festnahme am 6. März nichts.

Le Chi Thanh hatte angegeben, dass er während seiner Untersuchungshaft in Vietnam im Jahr 2021 von Polizeikräften gefoltert wurde. Dies weist darauf hin, dass für Le Chi Thanh bei einer Rückkehr nach Vietnam ein reales Risiko weiterer Menschenrechtsverletzungen besteht, einschliesslich Folter und anderer Misshandlungen.

Berichten zufolge sollen die thailändischen Behörden Mitarbeiter*innen der vietnamesischen Botschaft erlaubt haben, Le Chi Thanh in der Haftanstalt zu besuchen. Solche Besuche scheinen einem Muster zu entsprechen, das bereits früher beobachtet wurde: Vietnamesische Beamt*innen suchen vietnamesische Asylsuchende und Flüchtlinge in thailändischen Haftanstalten auf und drängen sie zu einer «freiwilligen» Rückkehr nach Vietnam. Dieses Vorgehen der Behörden ist Teil einer sich verschärfenden grenzüberschreitenden Verfolgung.

Im April 2021 wurde Le Chi Thanh wegen «Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte» festgenommen. Zuvor hatte er die Verkehrspolizei gefilmt, um sie daran zu hindern, sein Auto wegzufahren. Seine Festnahme war offenbar politisch motiviert, da er Aktivist ist. Le Chi Thanh wurde im Januar 2022 zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. Im Juni desselben Jahres wurde er zu weiteren drei Jahren Gefängnis verurteilt, da er in seinen Facebook-Posts die vietnamesischen Behörden kritisiert hatte. Grundlage für seine Verurteilung war der Vorwurf des «Missbrauchs der demokratischen Freiheiten zur Verletzung der legitimen Rechte und Interessen des Staates und der Einzelnen» (Paragraf 331 des vietnamesischen Strafgesetzbuchs).

Bei seiner Anhörung vor Gericht berichtete Le Chi Thanh, dass er in der Untersuchungshaft gefoltert worden war, um ein Geständnis zu erzwingen. Er sei unter anderem sieben Tage lang von Polizeikräften geschlagen und an Armen und Beinen aufgehängt worden. Im November 2022 schrieben UN-Expert*innen an die vietnamesische Regierung und brachten ihre Besorgnis über solche Folterungen zum Ausdruck. Der Fall von Le Chi Thanh spiegelt Erkenntnisse von Amnesty International wider, wonach gewaltlose politische Gefangene, einschliesslich Menschenrechtsverteidiger*innen, in Haft systematischer Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt sind.

Auch UN-Sachverständige haben dokumentiert, dass vietnamesische Beamt*innen Flüchtlinge in thailändischen Hafteinrichtungen aufsuchen, um sie zur «freiwilligen» Rückkehr nach Vietnam zu drängen. Dies betrifft insbesondere Angehörige der Montagnard- und Hmong-Gemeinschaften. Solche Vorfälle geben Anlass zu grossen Bedenken hinsichtlich der Fähigkeit und Bereitschaft Thailands, vietnamesischen Flüchtlingen wirksamen Schutz zu bieten. Stattdessen sind sie nach wie vor Einschüchterungs- und Zwangsmassnahmen durch vietnamesische Beamt*innen ausgesetzt.

Zivilgesellschaftliche Gruppen und UN-Expert*innen haben wiederholt vor der zunehmenden Zusammenarbeit der thailändischen und vietnamesischen Behörden bei der Verfolgung von Dissident*innen gewarnt. In den letzten Jahren gab es eine ganze Reihe alarmierender Vorfälle, darunter das Verschwindenlassen thailändischer Aktivist*innen in Vietnam im Januar 2019, die Entführung des vietnamesischen Bloggers Truong Duy Nhat in Thailand im selben Monat sowie das Verschwindenlassen des vietnamesischen unabhängigen Journalisten Duong Van Thai im April 2023. Erst im Februar 2026 haben die thailändischen Behörden den Montagnard-Menschenrechtsverteidiger Y Quynh Bdap nach Vietnam abgeschoben. All dies unterstreicht ein eskalierendes Muster transnationaler Verfolgung.

Nach Paragraf 13 des thailändischen Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Folter und Verschwindenlassen ist es den Behörden untersagt, Personen in ein anderes Land abzuschieben, auszuweisen oder auszuliefern, wenn die begründete Annahme besteht, dass ihnen dort Folter, grausame und unmenschliche Behandlung oder Verschwindenlassen drohen. Thailand hat das Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ratifiziert. Damit ist das Land rechtlich verpflichtet, den Grundsatz der Nicht-Zurückweisung (non-refoulement) einzuhalten. Aufgrund dieser Verpflichtungen muss Thailand Le Chi Thanh unverzüglich Schutz gewähren und sicherstellen, dass er nicht nach Vietnam abgeschoben wird.

Details

UA-Nummer:
Erscheinungsdatum | Aktualisiert am:
Index:
UA 032/26
14.04.2026 
ASA 39/0889/2026
Voraussichtlich mitmachen bis: 30. September 2026
Ganze Urgent Action (Word): deutsch
english
Nur der Modellbrief (Word): deutsch
english

Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.

English version

Detained Vietnamese activist at risk of deportation

On 6 March, Thai immigration police arrested Vietnamese activist Le Chi Thanh and detained him at Bangkok’s Suan Phlu Immigration Detention Centre (IDC). Le Chi Thanh is a former police officer who used social media to expose corruption and misconduct within Viet Nam’s public security sector. In 2021 and 2022, he was sentenced to a total of five years in prison on trumped up charges for peacefully expressing his views on social and political issues. Following his release, he lawfully entered Thailand and obtained a work permit after that. Thai authorities claimed that his work permit became invalid after Vietnamese authorities cancelled his passport. Le Chi Thanh was not notified of this cancellation before his arrest. If he is forcibly returned to Viet Nam he is likely to face harm, including torture and other ill-treatment. Le Chi Thanh must be immediately and unconditionally released.

In April 2021, Le Chi Thanh was arrested for «resisting officers on official duty» due to allegedly resisting officers during his encounter with traffic police in Thu Duc City. Thanh was livestreaming traffic police to stop them from moving his car; a seemingly politically motivated arrest due to his activism. He was sentenced to two years in prison in January 2022. Later in June 2022, he received an additional prison sentence for three years for «abusing democratic freedoms to infringe on State and individuals’ legitimate rights and interests», under Article 331 of Viet Nam’s Penal Code due to his Facebook posts which criticized Vietnamese authorities.

During his court hearing, Thanh reported being tortured to coerce confessions in pre-trial detention, including being beaten and hung by his arms and legs for seven days by police officers. In November 2022, UN experts sent a letter to the Vietnamese government raising concerns over such torture. His case echoes Amnesty International’s past findings that prisoners of conscience, including human rights defenders, face systemic risks of torture and other ill-treatment in detention.

UN experts have previously documented a pattern in which Vietnamese officials visited Montagnard and Hmong refugees held in Thai detention facilities to pressure them into «voluntarily» returning to Viet Nam. These incidents raise serious concerns about Thailand’s ability and willingness to provide effective protection to Vietnamese refugees, who remain especially vulnerable to intimidation and coercion by Vietnamese officials.

Civil society groups and UN experts have repeatedly warned of growing cooperation between Thai and Vietnamese authorities to target dissidents. Their concerns are reinforced by a series of alarming incidents, including the enforced disappearance of Thai activists in Viet Nam in January 2019, the abduction of Vietnamese blogger Truong Duy Nhat in Thailand later that month and the enforced disappearance of Vietnamese independent journalist Duong Van Thai in April 2023. Most recently, in February 2026, Thai authorities forcibly returned Indigenous Montagnard human rights defender Y Quynh Bdap to Viet Nam, underscoring an escalating pattern of transnational repression.

Article 13 of Thailand’s Prevention and Suppression of Torture and Enforced Disappearance Act prohibits officials from deporting, expelling, or extraditing any person to another country where there are substantial grounds to believe they face a risk of torture, cruel/inhuman treatment, or enforced disappearance. Thailand is also a State Party of the Convention against Torture and Other Cruel, Inhuman or Degrading Treatment or Punishment which places legal obligations for Thailand to adhere to the principle of non-refoulement. Such obligations require Thailand to provide immediate protection for Le Chi Thanh and ensure that he does not get sent back to Viet Nam where he faces a substantial risk of persecution, torture or other ill-treatment.

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Please take action before 30 September 2026.

You'll find all necessary adddress- and social media information above. English model letter as a word-file.