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Urgent Action − China

Kasachischer Schriftsteller in geheimer Haft

Der kasachische Schriftsteller Zhengis Reskhan aus der zu China gehörenden Uigurischen Autonomen Region Xinjiang wird seit dem 19. März 2026 von den Behörden festgehalten. Zuvor wurde er über Monate hinweg von der Polizei verhört. Seine Familie wurde weder offziell über seine Inhaftierung informiert noch über seinen Rechtsstatus oder die Gründe für die Festnahme in Kenntnis gesetzt. Es besteht kein Kontakt zu ihm. Offenbar haben ihm Sicherheitskräfte in der Vergangenheit mündlich vorgeworfen, «extremistisches Gedankengut zu verbreiten» und «extremistische Ansichten zu vertreten». Es liegt jedoch keine offizielle Anklage gegen ihn vor. Familienangehörige in China und im Ausland werden Berichten zufolge überwacht und eingeschüchtert.

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Setzen Sie sich für Zhengis Reskhan ein:
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Mitmachen bis 30. November 2026

Briefvorlagen

Adressen

Minister für öffentliche Sicherheit:
Minister Wang Xiaohong
Ministry of Public Security
14 Dongchangan Avenue
Dongcheng District, Beijing, 100741
PEOPLE'S REPUBLIC OF CHINA

Adresse Chinesisch:
王小洪 部长 
中华人民共和国公安部 
北京市东城区东长安街14号 
中华人民共和国, 100741
PEOPLE'S REPUBLIC OF CHINA

INFORMATION ZUM POSTVERSAND: Uns liegen Berichte vor, wonach Briefe an die chinesischen Behörden zurückgeschickt wurden, da diese die Annahme verweigerten. Sollte dies der Fall sein, bitten wir Sie, uns dies mitzuteilen. Sie können die chinesische Botschaft in Kopie setzen oder an sie schreiben. Falls Briefe von den chinesischen Behörden abgelehnt werden, können Sie die Botschaft bitten, die Briefe an die Zielperson weiterzuleiten.

Kopien an 

Botschaft der Volksrepublik China
Kalcheggweg 10
3006 Bern
Fax: 031 351 45 73
((E-Mail: dashmishu@hotmail.com ))

Mr Gao Jiming (高继明)
Procurator-General
Xinjiang Uyghur Autonomous Region People's Procuratorate
122 Jianguo Road (建国路122号)
Ürümqi, Xinjiang Uyghur Autonomous Region 830002
PEOPLE'S REPUBLIC OF CHINA

Social Media Guide

Suggested captions 

Option 1
Prominent Kazakh writer Zhengis Reskhan has been detained in Xinjiang since March 2026. His family has received no official information about his whereabouts or legal status. 

Tell #China to disclose his fate and whereabouts and ensure his release: [Insert link to UA] 
 

Option 2
Where is Zhengis Reskhan? 

His family has had no contact with him since 19 March 2026 and still has no official information about his detention. Take action: [Inser link to UA] 
 

Option 3
A respected Kazakh writer has disappeared into China's detention system. 

Call on the authorities to disclose Zhengis Reskhan's whereabouts and respect his rights. [Insert UA link] 

 
Hashtag:
#FreeZhengisReskhan 

 
Accounts to tag: 
X/Twitter: @MFA_China
Facebook: China MFA Spokesperson (中国外交部发言人)
Instagram: @mfa_china

Hintergrund

Es besteht grosse Sorge um den inhaftierten kasachischen Schriftsteller Zhengis Reskhan (杰恩斯·热斯汉) aus der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang. Er ist Mitglied des chinesischen Schriftsteller*innenverbands und des Schriftsteller*innenverbands von Xinjiang und war einige Zeit lang Vorsitzender eines regionalen Verbunds von Schriftsteller*innen in der Stadt Hami. Zhengis Reskhan hat 13 literarische Werke veröffentlicht, vor allem Kinderliteratur und humoristische Texte, von denen einige offiziell aus dem Kasachischen ins Chinesische übersetzt wurden.

Seit seiner Festnahme am 19. März 2026 haben die chinesischen Behörden weder seinen rechtlichen Status offiziell bekannt gegeben noch seine Familie schriftlich über die Inhaftierung informiert.

Amnesty International vorliegenden Informationen zufolge war Zhengis Reskhan ab Ende Dezember 2025 wiederholt von der Polizei zur Vernehmung vorgeladen worden. Berichten zufolge haben die Behörden ihm mündlich vorgeworfen, er habe «extremistisches Gedankengut verbreitet» und «extremistische Ansichten vertreten», doch bisher wurde er weder angeklagt noch wurde die Rechtsgrundlage für seine Inhaftierung offengelegt.

Da nichts über den Inhaftierungsort von Zhengis Reskhan und seinen Rechtsstatus bekannt ist, besteht grosse Sorge, dass er in geheimer Haft und ohne Kontakt zur Aussenwelt festgehalten wird. Dadurch ist er in besonders grosser Gefahr, gefoltert oder anderweitig misshandelt zu werden. Möglicherweise ist er gar dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen. Zhengis Reskhan leidet unter Bluthochdruck und psychischen Erkrankungen, was die Sorge um seine Gesundheit noch verstärkt.

Familienangehörige in China und im Ausland wurden Berichten zufolge überwacht und eingeschüchtert, weil sie sich nach ihm erkundigt hatten.

Der 58-jährige Zhengis Reskhan (杰恩斯·热斯汉) ist ein kasachischer Schriftsteller aus dem Kasachischen Autonomen Kreis Barkol in der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang. Xinjiang ist eine ethnisch äusserst vielfältige Region in China. Ungefähr die Hälfte der Bevölkerung gehört ethnischen Gruppen an, die mehrheitlich muslimisch sind, z. B. Uigur*innen und Kasach*innen.

Berichten zufolge haben die Behörden bereits seit etwa zehn Jahren den Reisepass von Zhengis Reskhan konfisziert. Darüber hinaus unterlag er offenbar weiteren Einschränkungen hinsichtlich seiner Bewegungsfreiheit und seiner Online-Aktivitäten. Ab dem 28. Dezember 2025 wurde Zhengis Reskhan wiederholt von der Polizei zu Verhören vorgeladen und dabei für Zeiträume von einem Tag bis zu einer Woche festgehalten. Am 19. März 2026 wurde der Schriftsteller erneut abgeführt. Seitdem wurde die Familie nach Angaben seines Sohnes weder offiziell über seine Inhaftierung und seinen Rechtsstatus informiert, noch hat sie irgendwelche rechtlichen Unterlagen erhalten. Der Familie liegen jedoch inoffizielle Informationen vor, wonach Zhengis Reskhan im Gefängnis der Stadt Hami festgehalten wird, doch die Behörden haben seinen Haftort nie offiziell bestätigt. Die Tatsache, dass die Behörden seinen Haftort und seinen rechtlichen Status nach wie vor nicht offiziell bestätigen, lässt befürchten, dass seine Inhaftierung dem Verschwindenlassen gemäss internationaler Menschenrechtsnormen gleichkommen könnte.

Laut Angaben seines Sohnes, der in Kasachstan wohnt, sind in China lebende Verwandte Überwachungsmassnahmen und Einschüchterungsversuchen ausgesetzt. Ausserdem habe er selbst Drohungen erhalten, in denen er aufgefordert wurde, sich nicht mehr öffentlich zu dem Fall zu äussern und aufzuhören, Informationen über den Verbleib seines Vaters einzufordern.

Amnesty International hat in der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang grossflächige und systematische Menschenrechtsverletzungen gegen Uigur*innen, Kasach*innen und andere Angehörige überwiegend muslimischer ethnischer Minderheiten dokumentiert. In ihrem Bericht Like We Were Enemies in a War aus dem Jahr 2021 kam Amnesty International zu dem Schluss, dass die chinesischen Behörden schätzungsweise eine Million Menschen willkürlich inhaftiert, gefoltert oder anderweitig misshandelt, politisch indoktriniert oder aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder Religion verfolgt haben.

Am 31. August 2022 folgerte das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte, dass die chinesischen Behörden in der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang vor dem Hintergrund einer Strategie zur «Ent-Extremisierung» und im Rahmen von Terrorbekämpfungsmassnahmen schwere Menschenrechtsverletzungen begangen hatten, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellten.

Am 1. Juli 2026 trat das chinesische «Gesetz zur ethnischen Einigkeit» (Ethnic Unity Law) in Kraft. Das Gesetz verpflichtet staatliche Institutionen, die «ethnische Einigkeit» zu fördern und eine gemeinsame chinesische nationale Identität zu propagieren. Dadurch wird die Assimilationspolitik, die dort seit Langem verfolgt wird, weiter institutionalisiert. Das Gesetz schafft einen zusätzlichen rechtlichen Rahmen für die Einschränkung der kulturellen, sprachlichen und religiösen Rechte von Angehörigen ethnischer Minderheiten, darunter auch Uigur*innen, Kasach*innen und Tibeter*innen. Durch die weit gefassten und vage definierten Bestimmungen des Gesetzes könnten Menschen, die keine Han-Chines*innen sind, sowohl in China als auch im Ausland in der friedlichen Ausübung ihrer Menschenrechte eingeschränkt werden.

Details

UA-Nummer:
Erscheinungsdatum | Aktualisiert am:
Index:
UA 071/26
14.07.2026 | -
ASA 17/1269/2026
Voraussichtlich mitmachen bis: 30. November 2026
Ganze Urgent Action (Word): deutsch
english
Nur der Modellbrief (Word): deutsch
english

Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.

English version

Prominent Kazakh writer held in secret detention

Zhengis Reskhan (杰恩斯·热斯汉), a prominent Kazakh writer from China's Xinjiang Uyghur Autonomous Region, has been detained since 19 March 2026 following months of repeated police interrogations. Since he was taken away, his family has received no official notification of his detention, legal status or the reasons for his detention, and has had no contact with him. According to his son, the authorities have verbally accused him of «promoting extremist thought» and «holding extremist thoughts» but have provided no formal charges or legal documents. His family, both in China and abroad, has also reportedly been subjected to surveillance and intimidation. Unless there is sufficient credible and admissible evidence that Zhengis Reskhan has committed an internationally recognized criminal offence, he should be immediately released.

Zhengis Reskhan (杰恩斯·热斯汉), born on 18 June 1968, is a prominent ethnic Kazakh writer from Barkol Kazakh Autonomous County in the Xinjiang Uyghur Autonomous Region. One of the most ethnically diverse regions in China, an estimated half of the region’s population belongs to predominantly Muslim ethnic groups, including Uyghurs and Kazakhs.

A member of the China Writers Association and the Xinjiang Writers Association, Zhengis Reskhan previously served as Chair of the Hami Regional Writers Association. He has published 13 literary works, primarily children's literature and humour, several of which have been officially translated from Kazakh into Chinese.

Zhengis Reskhan's passport had reportedly been confiscated by the authorities for approximately a decade before his detention. He was also reportedly subjected to further restrictions on his movement and his online activities.

Beginning on 28 December 2025, Zhengis Reskhan was repeatedly summoned by police for questioning and detained for periods ranging from one day to one week before being released. On 19 March 2026, he was taken away again. Since then, according to his son, the family has received no official notification of his detention or legal status and no legal documentation whatsoever. The family has received unofficial information indicating that he is being held in Hami Prison in the Uyghur Region, but the authorities have never officially confirmed his place of detention. The authorities' continued failure to officially acknowledge his place of detention or legal status raises serious concerns that his detention may amount to an enforced disappearance under international human rights law.

According to his son, relatives remaining in China have been subjected to surveillance and intimidation since Zhengis Reskhan's detention. He also reports receiving threatening communications urging him to stop speaking publicly about the case and withdraw his efforts to seek information about his father.

Amnesty International has documented widespread and systematic human rights violations against Uyghurs, Kazakhs and other predominantly Muslim ethnic groups in the Xinjiang Uyghur Autonomous Region. In its 2021 report Like We Were Enemies in a War, Amnesty International concluded that the Chinese authorities have subjected an estimated one million people to arbitrary detention, torture and other ill-treatment, political indoctrination and persecution on the basis of ethnicity and religion.

On 31 August 2022, the Office of the UN High Commissioner for Human Rights concluded that serious human rights violations had been committed in the Xinjiang Uyghur Autonomous Region in the context of the government's counter-terrorism and «de-extremification» policies, and that these violations may constitute crimes against humanity.

On 1 July 2026, China's Ethnic Unity Law entered into force. The law requires state institutions to promote «ethnic unity» and a shared Chinese national identity and further institutionalizes long-standing assimilation policies. The law provides an additional legal framework for restricting the cultural, linguistic and religious rights of ethnic minorities, including Uyghurs, Kazakhs and Tibetans. Its broad and vaguely defined provisions may facilitate further restrictions on the peaceful exercise of human rights by members of non-Han ethnic communities both at home and abroad.

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Please take action before 30 November 2026.

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