Portrait vonXavier Chungu
Xavier Chungu © Privat
Offen
Urgent Action − Sambia

Oppositionsführer willkürlich in Haft

Xavier Chungu ist ein Oppositionsführer, der bis vor Kurzem für das Präsidentenamt kandidierte. Am 28. Mai wurde er festgenommen, nachdem er für einen Podcast ein Interview gegeben hatte. Ihm werden unbegründet Verstösse gegen das Staatssicherheitsgesetz und das Geheimdienstgesetz vorgeworfen. Ausserdem ist er wegen Aufwiegelung angeklagt. Am 10. Juli wurde ihm die Freilassung gegen Kaution verweigert. Die gegen Xavier Chungu erhobenen Vorwürfe basieren lediglich auf der friedlichen Wahrnehmung seiner Menschenrechte.

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Mitmachen bis 24. Januar 2027

Briefvorlagen

Adressen

Leiter der Staatsanwaltschaft:
Director of Public Prosecutions
Mr Gilbert Phiri
National Prosecution Authority
Plot BLX 29B, Independence Avenue
Lusaka
ZAMBIA
E-Mail: ca@npa.gov.zm

Generalstaatsanwalt:
Mr. Mulilo Dimas Kabesha, SC
Attorney-General 
New Kent Building 
Independence Avenue 
P.O. Box 50106 
Lusaka 
Zambia
E-Mail: attorney.general@moj.gov.zm 

Kopien an 

Ambassade de la République de Zambie
Rue de Vermont 37-39
1202 Genève
E-Mail: geneva@grz.gov.zm

Social Media Guide

Twitter: @NPAZambia
Facebook: The National Prosecution Authority of Zambia 
 

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Free Xavier Chungu!
 

Hashtags:
#FreeXavierChungu
#FreedomOfExpression
#XavierChungu
#RightToLiberty

 

Suggested social media messages:

We call on the Zambian authorities to immediately and unconditionally release Xavier Chungu if he is detained solely for exercising his right to freedom of expression, and to drop all related charges. #FreeXavierChungu #FreedomOfExpression [Insert Link to UA

Freedom of expression is protected under the African Charter and the ICCPR. Zambia must respect, protect and uphold this right and ensure that no one is detained or prosecuted for expressing their views. #FreedomOfExpression #FreeXavierChungu [Insert Link to UA

Claims of national security must never be used as a pretext to silence expression. Any restriction on freedom of expression must be lawful, and strictly necessary and proportionate to achieving a legitimate aim. #FreedomOfExpression #FreeXavierChungu [Insert Link to UA

Claims of national security cannot be used to justify unnecessary restrictions on human rights. Any limitation on liberty or freedom of expression must be lawful, and strictly necessary and proportionate to achieving a legitimate aim. #XavierChungu #RightToLiberty [Insert Link to UA]
 

Hintergrund

Xavier Chungu wurde am 28. Mai 2026 wegen angeblicher Veröffentlichung geheimer Informationen festgenommen. Er ist Vorsitzender der oppositionellen liberaldemokratischen Partei LDP und hatte sich als Kandidat für die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen aufstellen lassen. Am 12. Juli 2026 zog er seine Kandidatur zurück, da er wegen seiner Inhaftierung keinen Wahlkampf betreiben kann. Kurz zuvor, am 24. Mai, war er für einen Podcast namens Zed Podcast interviewt worden. Amnesty International liegen keine Nachweise dafür vor, dass die Aussagen von Xavier Chungu geheime Informationen beinhalteten, eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellten oder eine nach internationalen Menschenrechtsnormen anerkannte Straftat darstellten.

Am 1. Juni wurde Xavier Chungu in sieben Fällen wegen der «Weitergabe von Informationen» nach Paragraf 4(1) des Staatssicherheitsgesetzes angeklagt. Darüber hinaus werden ihm in drei Fällen «aufwiegelnde Handlungen» nach dem Strafgesetzbuch vorgeworfen. Zusätzlich wurde gegen ihn eine weitere Anklage nach dem Geheimdienstgesetz erhoben, weil er Informationen veröffentlicht oder an eine nicht autorisierte Person weitergegeben haben soll.

Am 4. Juli gewährte ihm das Hohe Gericht die Freilassung gegen Kaution, doch noch am selben Tag wurde er erneut festgenommen und wegen folgender Straftatbestände angeklagt: «Weitergabe von Informationen» unter dem Staatssicherheitsgesetz; «Aufwiegelungspraktiken» unter dem Strafgesetzbuch; und «Weitergabe von Informationen an nicht autorisierte Personen» unter dem Geheimdienstgesetz. Am 10. Juli wurde Xavier Chungu die Freilassung gegen Kaution verweigert. So wurde den Gerichten der Spielraum genommen, zu prüfen, ob seine fortgesetzte Untersuchungshaft rechtlich begründet sowie notwendig und verhältnismässig ist. Zwar können Staaten unter bestimmten Umständen die Bewegungsfreiheit einer Person einschränken, doch internationale Menschenrechtsnormen schreiben vor, dass ein solcher Freiheitsentzug rechtmässig, unbedingt erforderlich, verhältnismässig zu der Verwirklichung eines legitimen Ziels sowie gerichtlich überprüfbar sein muss.

Derzeit liegen keine öffentlich zugänglichen Beweise vor, die belegen, dass Xavier Chungu Informationen preisgegeben hat, deren Veröffentlichung eine konkret erkennbare Gefahr für die nationale Sicherheit darstellte. Zwar behauptet der Staat, der Podcast habe vertrauliche Informationen enthalten, die der Betroffene über sein früheres Amt erlangt habe, doch wurden die konkreten Inhalte, die angeblich eine strafbare Weitergabe darstellen sollen, nicht öffentlich bekannt gegeben habe. Unabhängige Berichte von Personen, die angeben, die Aufnahme angehört zu haben, widersprechen der Behauptung, dass sie geheime Informationen enthielt. Der Podcast selbst soll noch vor der Veröffentlichung zurückgezogen worden sein.

Das internationale Menschenrechtsstandards und das Recht auf freie Meinungsäusserung betonen den Schutz des politischen Diskurses, insbesondere im Rahmen öffentlicher Debatten (siehe UN-Menschenrechtsausschuss, Allgemeine Bemerkung Nr. 34, Abs. 38). Die Afrikanische Kommission für Menschenrechte und Rechte der Völker hat in ihrer Erklärung über die Grundsätze der Meinungsfreiheit und des Informationszugangs in Afrika (2019) festgelegt, dass «Einschränkungen dieses Rechts in einer demokratischen Gesellschaft eine gesetzliche Grundlage haben müssen, einen legitimen Zweck zu verfolgen haben und notwendig und verhältnismässig sein müssen». Weiter heisst es, dass «die Meinungsfreiheit nicht aus Gründen der öffentlichen Ordnung oder nationalen Sicherheit eingeschränkt werden darf, es sei denn, es besteht ein tatsächliches Risiko der Beeinträchtigung eines legitimen Interesses und ein enger Kausalzusammenhang zwischen diesem Risiko und der betreffenden Äusserung».

Sambia ist Vertragsstaat der Afrikanischen Charta der Menschenrechte und Rechte der Völker und des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte. Die Regierung ist daher verpflichtet, das Recht auf Freiheit und das Recht auf Meinungsfreiheit zu gewährleisten.

Details

UA-Nummer:
Erscheinungsdatum | Aktualisiert am:
Index:
UA 075/26
24.07.2026 | -
AFR 63/1328/2026
Voraussichtlich mitmachen bis: 24. Januar 2027
Ganze Urgent Action (Word): deutsch
english
Nur der Modellbrief (Word): deutsch
english

Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.

English version

Ex-presidential candidate arbitrarily detained

Xavier Chungu is an opposition political leader and was a presidential candidate until his withdrawal on 12 July. On 28 May, he was arrested following an interview he did in a podcast. He was subsequently charged with seven counts under the State Security Act, three counts of sedition, and one count under the Zambia Security Intelligence Services Act. On 10 July, he was denied bail after the Director of Public Prosecutions issued a «No Bail Certificate» limiting meaningful judicial oversight and undermining the requirement that pretrial detention must have a legal justification and be necessary and proportionate. Amnesty International calls on the Zambian authorities to immediately and unconditionally release Xavier Chungu as the criminal charges against him are based solely on the peaceful exercise of his human rights, including his rights to freedom of expression.

Xavier Chungu is the president of opposition political party, Liberal Democratic Party, and was a presidential candidate in the upcoming elections until his withdrawal on 12 July, stating that his detention had prevented him from campaigning. He was arrested on 28 May after on 24 May he participated in a podcast known as the Zed Podcast. The podcast was reportedly withdrawn before public release, but Amnesty International has not been able to find any evidence that Xavier Chungu’s statements involved disclosing classified information, posed a genuine threat to national security or could constitute a recognizable crime under international human rights law.

The charge sheet reflected that he was arrested on 1 June 2026 instead of 28 May. He was charged with seven counts of communication of certain information under Section 4(1) of the State Security Act. He was also charged with three counts of seditious practices under the Penal Code Act and one count of prohibition of publication or disclosure of information to an unauthorised person under the Zambia Security Intelligence Services Act. The High Court granted him bail on 4 July, only to be re-arrested on the same day and charged with «communication of certain information» under the State Security Act; seditious practices under the Penal Code Act; Two counts of Publication of Information to Unauthorised Persons under the Zambia Security Intelligence Services Act. The Director of Public Prosecutions issued a «No Bail Certificate» effectively preventing his release and removing meaningful judicial discretion to assess whether his continued pretrial detention has a legal justification and is necessary and proportionate.

At present, there is no publicly available evidence demonstrating that Mr. Chungu disclosed information whose publication posed a genuine and identifiable threat to national security. While the State alleges that the podcast contained confidential information acquired through his former office, the specific content alleged to constitute criminal disclosure has not been publicly disclosed. Independent accounts from individuals who claim to have listened to the recording dispute that it contained classified information. The podcast itself was reportedly withdrawn before public

International human rights law and standards on the right to freedom of expression stress the protection of political discourse, particularly in circumstances of public debate (see UN Human Rights Committee, General Comment 34, para. 38). The African Commission on Human and Peoples’ Rights in its Declaration of Principles on Freedom of Expression and Access to Information in Africa has clarified that «[f]reedom of expression shall not be restricted on public order or national security grounds unless there is a real risk of harm to a legitimate interest and there is a close causal link between the risk of harm and the expression».

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Please take action before 24 January 2027.

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