Migranten warten im Januar 2018 auf der MV Aquarius nach ihrer Ankunft in Augusta (Sizilien) darauf, von Bord gehen zu können © REUTERS/Antonio Parrinello
Migranten warten im Januar 2018 auf der MV Aquarius nach ihrer Ankunft in Augusta (Sizilien) darauf, von Bord gehen zu können © REUTERS/Antonio Parrinello

Abgeschlossene E-Mail Aktion Lassen Sie die Häfen offen und arbeiten Sie zusammen, um Flüchtlinge zu schützen!

20. Juni 2018
629 Männer, Frauen und Kinder mussten an Bord der Aquarius während mehrerer Tage auf dem offenen Meer ausharren, weil weder Malta noch Italien dem Rettungsschiff die Landung in einem Hafen erlaubt haben. Amnesty hat eine E-Mail-Aktion an die europäischen Regierungen lanciert und von ihnen gefordert, zusammenzuarbeiten, um Leben zu retten, die Häfen für Rettungsschiffe offen zu halten und ein Asylsystem zu entwickeln, in dem alle Länder sich in der Verantwortung teilen.

Die 629 Menschen, darunter Verletzte, Kranke, Schwangere und Kinder, die sich an Bord der Aquarius befanden, mussten auf dem Meer mehrere Tage den Wellen und schlechtem Wetter trotzen, bevor das Schiff endlich in Spanien anlegen konnte. Die Weigerung Maltas und Italiens, den traumatisierten und erschöpften Flüchtlingen zu gestatten, in ihren Häfen von Bord zu gehen, ist ein grausames politisches Spiel, das Leben gefährdet.

Das gegenwärtige europäische Asylsystem bürdet den Ersteinreiseländern wie Italien und Griechenland die Hauptverantwortung bei der Aufnahme, der Betreuung und der Behandlung der Asylgesuche derjenigen auf, die in Europa Schutz suchen.  Dieses unausgewogene System kann dazu führen, dass die Küstenländer ihre Häfen für auf dem Meer treibende Flüchtlinge sperren, während die anderen Staaten sich ihrer Verantwortung für den Schutz von Flüchtlingen entziehen. 

Das Treffen der Regierungschefs der EU Ende Juni stellte eine einmalige und historische Gelegenheit dar, das aktuelle, disfunktionale Asylsystem zu ersetzen durch einen ausgeglichenen und effizienten Mechanismus, in dem sich alle EU-Mitgliedstaaten in der Verantwortung für die Betreuung von Asylsuchenden teilen.

Amnesty International lancierte eine E-Mail-Aktion, um Druck auf die europäischen Regierungen zu machen und sie dazu zu bringen, zusammen Leben zu retten, die Häfen für Rettungsschiffe offen zu halten und ein Asylsystem ins Leben zu rufen, das auf einer geteilten Verantwortung aller Staaten beruht.