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| Mitmachen bis 30. August 2026 |
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Schweiz (für Kopien an die Botschaft): A-Post CHF 1.20 / B-Post CHF 1.–
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Adressen
Ilham Aliyev, President of Azerbaijan
Office of the President of Azerbaijan
19 Istiqlaliyyat Street, Baku AZ1066, Azerbaijan
E-Mail: office@pa.gov.az
Präsident Aliyev ist am besten per E-Mail zu erreichen
Twitter/X: @presidentaz
Kopien an
Botschaft der Republik Aserbaidschan
Kramburgstrasse 10
3006 Bern
Fax: 031 350 50 41
E-Mail: bern@mission.mfa.gov.az
Social Media Guide
Infos zu Social Media folgen
Hintergrund
Der Gesundheitszustand von Nargiz Absalamova verschlechtert sich zusehends. Die Journalistin des investigativen Nachrichtenportals Abzas Media verbüsst wegen politisch motivierter Vorwürfe eine achtjährige Haftstrafe in einem Gefängniskomplex in der Region Lankaran im Südosten Aserbaidschans. Seit vier Monaten wird ihr eine notwendige ärztliche Untersuchung verweigert.
Nargiz Absalamova leidet seit längerem an einer Nasennebenhöhlenentzündung, die sich in Haft deutlich verschlimmert hat. Zusätzlich berichtet sie über Atemnot und starke Kopfschmerzen. Nach Angaben ihrer Familie ist eine umfassende medizinische Abklärung erforderlich, unter anderem mittels MRT. Einen entsprechenden Antrag stellte sie bereits vor vier Monaten bei der Gefängnisverwaltung – ohne Ergebnis. Ihr Anwalt Bahruz Bayramov legte mehrfach Beschwerden bei der Gefängnisleitung und beim Ombudsbüro ein. Zwar wurde der Eingang dort bestätigt, konkrete Massnahmen blieben jedoch aus. Laut Gefängnispersonal fehlt weiterhin eine Genehmigung «von oben».
Auch andere willkürlich inhaftierte Journalist*innen unabhängiger Medien wie Meydan TV und Toplum TV erhalten trotz gesundheitlicher Probleme keine angemessene medizinische Versorgung. Diese Verweigerung kann als grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung gewertet werden. Berichte über ihre Haftbedingungen – von über-füllten Zellen, über sexualisierte Belästigung und körperliche Drohungen bis zu psychischer Misshandlung – deuten zudem auf schwere Verstösse Aserbaidschans gegen internationale Menschenrechtsverpflichtungen hin.
Im Mai 2026 starb Ilgar Aliyev, ein mit Abzas Media verbundener Experte für Informationssicherheit und IT-Steuerung, in Haft. Das Justizministerium gab als Todesursache einen akuten Herz-Kreislauf-Stillstand an, eine gerichtsmedizinische Untersuchung steht jedoch aus. Da keine unabhängige Untersuchung seines Todes angekündigt wurde, bestehen erhebliche Zweifel an der Angemessenheit der medizinischen Versorgung, die Ilgar Aliyev in Haft erhalten hatte.
Nargiz Absalamova arbeitete vor ihrer Festnahme als Journalistin bei dem investigativen Nachrichtenportal Abzas Media, das über mutmassliche korrupte Geschäfte von Unternehmen in Verbindung mit Regierungsbeamt*innen und zum Thema Umweltverschmutzung berichtet hatte. So ging es in einem Beitrag um gefährliche Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit der Goldmine Gedabek in der Nähe des Bezirks Soyudluin Gabaday in West-Aserbaidschan. Vor den Festnahmen mehrerer Journalist*innen soll Abzas Media weitere Untersuchungen zu Menschenrechtsverletzungen und zur Umweltverschmutzung im Zusammenhang mit der Goldmine geplant haben. Nargiz Absalamova wurde am 30. November 2023 im Rahmen einer Festnahmewelle gegen Abzas Media festgenommen. Sie wird zusammen mit Kolleg*innen in einem abgelegenen Strafvollzugskomplex in der Region Lankaran im Südosten Aserbaidschans festgehalten – weit entfernt von ihren Familienangehörigen in Baku.
Im Vorfeld der Weltklimakonferenz (COP29) 2024 in Baku wurden mehr als ein Dutzend Journalist*innen unter konstruierten Anklagen willkürlich inhaftiert. Dazu gehören sechs Journalist*innen von AbzasMedia: der Direktor Ulvi Hasanli, sein Stellvertreter Mahammad Kekelov, die Chefredakteurin Sevinj Vagifgyzy, die Journalistinnen Elnara Gasimova und Nargiz Absalamova sowie der investigative Journalist Hafiz Babali. Unter ihnen ist auch der Ökonom und Korrespondent für Radio Free Europe/Radio Liberty Farid Mehralizada. Sie alle wurden zwischen November 2023 und Januar 2024 willkürlich festgenommen und des Schmuggels von Fördergeldern im Rahmen einer Verschwörung beschuldigt. Im August 2024 erhob die Staatsanwaltschaft weitere falsche Anschuldigungen gegen sie: illegales Unternehmertum, Geldwäsche und Steuerhinterziehung. Im September 2024 verlängerte ein Gericht in Baku die Untersuchungshaft der Journalist*innen. Am 20. Juni 2025 verurteilte das Gericht für Schwerverbrechen in Baku sieben Medienschaffende von Abzas Media zu Freiheitsstrafen zwischen siebeneinhalb und neun Jahren. Am 3. April 2026 wies der Oberste Gerichtshof die Rechtsmittel der Journalist*innen von Abzas Media zurück und bestätigte die Urteile und Freiheitsstrafen vom Juni 2025.
Als Ilgar Aliyev im Dezember 2023, festgenommen wurde, wollten er und seine Familie nicht, dass seine Festnahme und seine Verbindungen zu Abzas Media an die Öffentlichkeit gelangten. Im Mai 2026 starb Ilgar Aliyev in der Justizvollzugsanstalt Nr. 13 in Aserbaidschan. In seiner letzten Tonaufnahme erklärte er, Polizeibeamte hätten ihm Betäubungsmittel und psychoaktive Substanzen in die Tasche gesteckt, ihn zu einem Geständnis gezwungen und gedroht, seine Familie ins Visier zu nehmen, falls er sich weigern sollte. Aus den Gerichtsunterlagen sind Vorwürfe wegen körperlicher Gewalt, Druckausübung, Verweigerung des Zugangs zu einem Rechtsbeistand seiner Wahl sowie Fälschung von Verfahrensunterlagen zu entnehmen.
Am 23. Februar 2026 äusserten mehrere UN-Sonderberichterstatter*innen sowie die UN-Arbeitsgruppe gegen willkürliche Inhaftierungen ihre Sorge über die Haftbedingungen und die Verlegung von Nargiz Absalamova und anderen Journalistinnen in ein abgelegenes Gefängnis im Dorf Gurumba in der Region Lankaran. Die Journalistinnen wurden erst eine Stunde vor Abfahrt über ihre Verlegung informiert. Gurumba liegt 250 Kilometer südlich von Baku, was für ihre Familien und Rechtsbeistände eine erhebliche finanzielle und logistische Belastung darstellt.
Seit November 2023 haben die aserbaidschanischen Behörden fast 30 Journalist*innen und Medien-schaffende willkürlich festgenommen. Mindestens zwölf der seit dem 6. Dezember 2024 inhaftierten Personen sind Journalist*innen, die mit Meydan TV in Verbindung stehen. Derzeit laufen auch Strafverfahren gegen mehrere Journalist*innen eines der letzten verbliebenen unabhängigen Nachrichtenkanäle, Toplum TV. Es handelt sich um den Mitbegründer Alasgar Mammadli sowie die Journalisten Farid Ismayilov, Mushfig Jabarov und Ali Zeynalov.
Inhaftierte Journalist*innen berichten regelmässig, dass sie Misshandlungen ausgesetzt sind, darunter die Verweigerung notwendiger medizinischer Versorgung sowie die Unterbringung in stark überbelegten Zellen (15–18 Häftlinge in Zellen, die für acht bis zehn Personen ausgelegt sind) und unhygienische Bedingungen wie Toiletten innerhalb der Schlafräume, was zu einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustands führt.
Folter und andere Misshandlungen in Haft sind in Aserbaidschan weit verbreitet. Die Täter*innen gehen in der Regel straflos aus. Amnesty International hat regelmässig darüber berichtet, dass inhaftierten Regierungskritiker*innen die notwendige medizinische Versorgung verweigert wird. Der Europäische Aus-schuss zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe hat die «anhaltende mangelnde Kooperationsbereitschaft» der aserbaidschanischen Behörden hinsichtlich seiner Forderungen nach einer Verbesserung der Haftbedingungen und der Bekämpfung von Folter und anderer Misshandlungen öffentlich angeprangert.
Details
| UA-Nummer: Erscheinungsdatum | Aktualisiert am: Index: |
UA 031/26 16.06.2026 EUR 55/1150/2026 |
| Voraussichtlich mitmachen bis: | 30. August 2026 |
| Ganze Urgent Action (Word): | deutsch english |
| Nur der Modellbrief (Word): | deutsch english |
Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.
English version
Journalist denied healthcare in prison
Abzas Media journalist Nargiz Absalamova was sentenced to eight years in prison on politically motivated charges and has been denied a medical examination for four months despite suffering from sinusitis, shortness of breath and severe headaches. Nargiz Absalamova must be allowed access to adequate healthcare and be immediately released along with all Abzas Media journalists.
Nargiz Absalamova is a journalist at Abzas Media, covering alleged corrupt deals by companies connected with government officials. The outlet has also reported its findings about environmental issues such as dangerous pollution and health risks related to Gedabek gold mine near Soyudlu district in Azerbaijan. Absalamova was detained on 30 November 2023 as part of a wave of arrests targeting Abzas Media, she and her colleagues are held at Lankaran Penitentiary Complex, a remote facility far from their family members in Baku.
Abzas Media director Ulvi Hasanli, his deputy Mahammad Kekalov, editor-in-chief Sevinj Vagifgizi, and journalists Nargiz Absalamova, Elnara Gasimova and Hafiz Babali, economist and Radio Free Europe/Radio Liberty correspondent Farid Mehralizada were arbitrarily arrested between November 2023 and January 2024, accused of smuggling money by a group of persons through prior conspiracy. In August 2024, the prosecution also brought new false charges against them, of illegal entrepreneurship, money laundering and tax evasion. On 20 June 2025, Baku Court of Grave Crimes sentenced seven media workers affiliated with Abzas Media to prison terms ranging from seven-and-a-half to nine years. On 3 April 2026, the Supreme Court rejected the cassation appeals of Abzas Media journalists, upheld the June 2025 convictions and prison sentences.
In December 2023, Ilgar Aliyev, an expert in information security and IT governance, was arrested as part of the investigation against Abzas Media. At the time, Aliyev and his family did not want his arrest and his relations to Abzas Media to be made public. In May 2026, Ilgar Aliyev died in Correctional Facility No 13 in Azerbaijan. In his final voice recording, Ilgar Aliyev said that police officers planted narcotics and psychotropic substances in his pocket, forced him to confess under threats, and threatened to target his family if he refused. Court documents describe allegations of physical violence, pressure, denial of access to lawyers of his own choice, and falsification of procedural documents.
On 23 February 2026, several UN Special Rapporteurs and the UN Working Group on Arbitrary Detention raised concerns about the detention conditions and transfer of Nargiz Absalamova, and other female journalists to a remote prison in the village of Gurumba, in Lankaran. The journalists were only informed about their transfer an hour before departure, and the Gurumba facility is located 250 km south of Baku, imposing a significant financial and logistical burden on their families and lawyers.
Since November 2023, the Azerbaijani authorities have arbitrarily arrested nearly 30 journalists and media workers. At least 12 of those detained since 6 December 2024 are journalists linked to Meydan TV, criminal proceedings are ongoing against several journalist of Toplum TV, including co-founder Alasgar Mammadli, journalists Farid Ismayilov, Mushfig Jabarov and Ali Zeynalov.
Detained journalists regularly report being subjected to ill-treatment, including denial of necessary medical care and being held in severely overcrowded cells (15–18 detainees confined to cells designed for eight to 10 people) and unsanitary conditions, including toilets located inside sleeping areas, causing or further contributing to the deterioration of their health.
Torture and other ill-treatment in detention are widespread in Azerbaijan and are carried out with impunity. Amnesty International has regularly reported the denial of necessary healthcare for jailed government critics. Council of Europe’s Committee for the Prevention of Torture (CPT) has publicly denounced the «persistent lack of cooperation» from Azerbaijani authorities regarding its calls to improve prison conditions and address torture and other ill-treatment.
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Please take action before 30 August 2026.
You'll find all necessary adddress- and social media information above. English model letter as a Word-file.