Bahruz Samadov - und die Silhouette symbolisch für Igbal Abilov © Privat
Offen
Urgent Action − Aserbaidschan

Schlechte Haftbedingungen - Sorge um Gesundheit

Der Wissenschaftler Bahruz Samadov wurde im Februar 2026 in ein Hochsicherheitsgefängnis verlegt. Dort werden ihm seit über einem Monat die Medikamente verweigert. Sein geistiger und körperlicher Zustand haben sich in der Haft erheblich verschlechtert.

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Setzen Sie sich für Bahruz Samadov und Igbal Abilov ein:
Senden Sie einen Appellbrief per Post, per E-Mail und tweeten/posten Sie in den sozialen Medien(X/Twitter).

Mitmachen bis 30. Juni 2026

Briefvorlagen

Adressen

Ilham Aliyev
President of Azerbaijan
Office of the President of Azerbaijan
19 Istiqlaliyyat Street
Baku AZ1066
Azerbaijan
E-Mail: office@pa.gov.az = Der beste Weg, den Präsidenten zu erreichen


Kopien an

Botschaft der Republik Aserbaidschan
Kramburgstrasse 10
3006 Bern
Fax: 031 350 50 41
E-Mail: bern@mission.mfa.gov.az

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#FreeBahruzSamadov  

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Hintergrund

Es besteht grosse Sorge wegen der Inhaftierung des Forschers und Friedensaktivisten Bahruz Samadov und den Bedingungen, unter denen er im Umbaki-Gefängnis festgehalten wird.

Am 23. Juni 2025 wurde Bahruz Samadov wegen der konstruierten Anklage des «Hochverrats» zu 15 Jahren Haft verurteilt. Nach Angaben seiner Freund*innen und seiner Familie hat sich sein körperlicher und geistiger Zustand im Gefängnis im letzten Jahr verschlechtert. Er hat schon zweimal versucht, sich das Leben zu nehmen.

Im Februar 2026 wurde Bahruz Samadov in das Umbaki-Gefängnis verlegt, ein Hochsicherheitsgefängnis, das für seine schlechten Haftbedingungen bekannt ist. Bahruz Samadov befindet sich im Hungerstreik, nachdem er ein Rechtsmittel gegen die Verlegung verloren hat, durch die er nun 70 Kilometer von seiner einzigen lebenden Verwandten, seiner 83-jährigen Grossmutter Zibeyda Osmanova, entfernt ist. Er darf nur zwei Telefonate pro Woche zu führen. Den Gefängnishof kann Bahruz Samadov im Umbaki-Gefängnis überhaupt nicht nutzen. Er darf maximal zwei Stunden pro Tag einen ein Meter grossen Balkon betreten. Der Zugang zu Fernsehen und Radio wird ihm verweigert.

Am 27. Februar besuchte ein medizinisches Team des Justizministeriums Bahruz Samadov auf Ersuchen seines Rechtsbeistands. Die Ärzt*innen verschrieben ihm mehrere Medikamente, die er jedoch mehr als einen Monat lang nicht erhielt. Ende Februar sah er zum letzten Mal einen Arzt. Auch kein*e Vertreter*in der Ombudsstelle für Menschenrechte hat Bahruz Samadov nach der Verlegung besucht, obwohl Bahruz Samadov auf den Zugang zu Medikamenten gedrängt hatte.

Bahruz Samadov, Doktorand an der Karlsuniversität in Prag, ist seit Langem ein lautstarker Kritiker der Menschenrechtsverletzungen in Aserbaidschan und ein Befürworter des Friedens im Südkaukasus. Seit er 2020 eine «Anti-Kriegs-Erklärung der aserbaidschanischen linken Jugend» mitunterzeichnete, wird er von den aserbaidschanischen Staatsmedien, Expert*innen und Behördenvertreter*innen wegen seiner Friedensaufrufe öffentlich als Verräter beschimpft. Er wurde am 21. August 2024 bei einem Besuch in Baku festgenommen und gemäss Paragraf 274 des Strafgesetzbuchs wegen «Hochverrats» angeklagt.

Seine Familie und sein Rechtsbeistand konnten ihn nach seiner Festnahme zwei Tage lang nicht erreichen. Eine Freilassung gegen Kaution wurde ihm verweigert, und der Antrag seiner Rechtsbeistände, ihn für die Dauer der Untersuchungshaft unter Hausarrest zu stellen und ihm den Kontakt zu seiner Familie zu ermöglichen, wurde abgelehnt.

Die gegen Bahruz Samadov erhobenen Vorwürfe beruhen auf seinem friedlichen Einsatz für Dialog und Frieden mit dem Nachbarland Armenien und seiner Kritik an der Vertreibung der armenischen Bevölkerung aus der abtrünnigen Region Bergkarabach, die Aserbaidschan zwischen 2020 und 2023 mit militärischer Gewalt unter eigene Kontrolle gebracht hat. Beiträge, die er in angesehenen internationalen Medien wie OC Media, Eurasianet und OpenDemocracy veröffentlicht hatte, befassten sich mit Menschenrechtsthemen und friedlichen Lösungen für den Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan; gleiches galt für seine Beiträge in den Sozialen Medien.

Der Friedensaktivist wird aus politischen Gründen verfolgt – es liegen keine glaubwürdigen Beweise gegen ihn vor. Der Prozess fand praktisch hinter verschlossenen Türen statt: Nur einige wenige Personen, darunter seine Grossmutter (seine engste noch lebende Verwandte) sowie einige Freund*innen und Aktivist*innen, durften bei der Urteilsverkündung im Gerichtssaal anwesend sein.

Die Staatsanwaltschaft forderte eine 16-jährige Haftstrafe, woraufhin Bahruz Samadov im Juni 2025 fünf Tage lang in den Hungerstreik trat. Nach Angaben seiner Grossmutter hatte er auch versucht, sich im Gewahrsam das Leben zu nehmen, wurde aber durch das Eingreifen eines anderen Inhaftierten daran gehindert. Sein Rechtsbeistand und Aktivist*innen vor Ort äussern seither grosse Sorge bezüglich seines geistigen und körperlichen Zustands.

Die langen Haftstrafen gegen Bahruz Samadov und den Wissenschaftler Igbal Abilov auf der Grundlage konstruierter Vorwürfe scheinen darauf abzuzielen, akademische Kritik zu unterdrücken und die Auseinandersetzung mit politisch sensiblen Themen zu verhindern.

Details

UA-Nummer:
Erscheinungsdatum | Aktualisiert am:
Index:
UA 086/24-2
23.04.2024 | 23.04.2026
EUR 55/0922/2026
Voraussichtlich mitmachen bis: 30. Juni 2026
Ganze Urgent Action (Word): deutsch
english
Nur der Modellbrief (Word): deutsch
english

Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.

English version

Imprisoned academic held in inadequate conditions

Academic Bahruz Samadov is suffering after being transferred to a high-security prison facility and being denied prescribed medicine for more than a month. His mental and physical health have significantly deteriorated in custody.

Bahruz Samadov, a PhD candidate at Charles University in Prague, has long been a vocal critic of human rights violations in Azerbaijan and an advocate for peace in the South Caucasus. Since 2020, after he co-signed the «Anti-war Statement of Azerbaijani Leftist Youth», he has been publicly vilified by the Azerbaijani state media, experts and officials as a «traitor» for his anti-war views and calls for peace. He was arrested on 21 August 2024 while visiting Baku from Prague and was charged with «high treason» under Article 274 of the Criminal Code.

His family and his lawyer were unable to contact him for two days following his arrest. He was refused bail, and his defence’s petition to move him to house arrest and allow him to contact his family during his pretrial detention was denied.

The charges against Bahruz Samadov stem from his peaceful activism, advocacy for dialogue and peace with neighbouring Armenia, and criticism of the expulsion of the ethnic Armenian population from the Nagorno-Karabakh region, which Azerbaijan brought under its control by military force between 2020 and 2023. His writings, published in respected regional and international outlets including OC Media, Eurasianet, and OpenDemocracy, were focused on peaceful solutions to the Armenian-Azerbaijani conflict, and on human rights, as were his posts on social media.

The prosecution against Bahruz Samadov was politically motivated, with no credible evidence ever publicly presented. The trial was effectively held behind closed doors: only a few individuals, including his 83 year-old grandmother (his closest living relative), friends and several activists were permitted in the courtroom for the verdict.

In response to the prosecutor’s request for a 16-year sentence, Bahruz Samadov went on a hunger strike for 5 days in June 2025. According to his grandmother, he also attempted to take his own life in detention but was saved by a fellow inmate. His lawyer and local activists have since then raised urgent concerns over his mental and physical health.

The sentencing of Bahruz Samadov and the academic Igbal Abilov to lengthy prison terms on fabricated charges is part of the Azerbaijani authorities’ efforts to suppress academic criticism and discourage engagement with politically sensitive topics.

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Please take action before 30 June 2026.

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