Good News
Nach fast einem Jahr des Grauens verkündete der Gouverneur von Florida am 25. Juni 2026 die endgültige Schliessung der Everglades-Haftanstalt, auch bekannt als «Alligator Alcatraz»: Die Einrichtung war im Juli 2025 im US-Bundesstaat Florida eröffnet worden, um Migrant*innen und Asylsuchende festzuhalten. Recherchen von Amnesty International ergaben, dass die willkürlich inhaftierten Menschen unter unmenschlichen und unhygienischen Bedingungen festgehalten wurden. Dazu gehörten überlaufende Toiletten, aus denen Fäkalien in die Schlafräume sickerten, eingeschränkter Zugang zu Duschen, ungeschützter Kontakt mit Insekten, 24 Stunden am Tag brennendes Licht, minderwertiges Essen und Wasser sowie fehlende Privatsphäre – unter anderem durch Kameras über den Toiletten.
In der Einrichtung in den Everglades gebe es keine Häftlinge mehr, sagte Ron DeSantis. Das als «Alligator Alcatraz» bekannte Abschiebegefängnis in den Everglades in Florida ist geschlossen. Die Haftanstalt stand seit ihrer Eröffnung im Juli 2025 in der Kritik. Recherchen von Amnesty International hatten unmenschliche und unhygienische Bedingungen aufgezeigt. Dazu gehörten überlaufende Toiletten, mit Fäkalien überflutete Böden sowie überall Mücken und andere Insekten. Der Zugang zu den Duschen war eingeschränkt, das Essen minderwertig. Ausserdem wurden Häftlinge gefesselt und waren Schlafentzug sowie weiteren Bestrafungspraktiken ausgesetzt, die Folter darstellen.
Amnesty International startete anlässlich der Veröffentlichung des englischsprachigen Berichts Torture and enforced disappearances in the Sunshine State. Human Rights Violations at "Alligator Alcatraz" and Krome in Florida (Folter und Verschleppungen im Sunshine State. Menschenrechtsverletzungen in 'Alligator Alcatraz' und in Krome in Florida) eine weltweite Kampagne. In den USA organisierte die Organisation eine Kunstausstellung auf der SCOPE Art Show als Teil der Miami Art Week und führte ausserdem Plakataktionen im Bundesstaat Florida durch. Tausende Menschen aus aller Welt unterzeichneten Petitionen oder forderten Gouverneur Ron DeSantis im Rahmen von Urgent Actions per Brief oder E-Mail auf, das Abschiebegefängnis zu schliessen. All diese Aktionen führten zu einer Untersuchung der Einrichtung durch den US-Kongress.
Mit Stand vom Mai 2026 befanden sich landesweit 60'000 Menschen in mehr als 100 Einrichtungen der Einwanderungs- und Zollbehörde (Immigration and Customs Enforcement – ICE) in Haft. Ziel der Trump-Regierung war es, im Jahr 2025 mindestens eine Million Menschen aus den USA abzuschieben. Daher wurden Menschen verstärkt verfolgt und inhaftiert, was zu Überbelegung und einer Verschlechterung der Haftbedingungen geführt hat. 2026 gab es bereits 19 Todesfälle in ICE-Gewahrsam. 2025 starben 31 Menschen in ICE-Gewahrsam – dies war die höchste Zahl an dokumentierten Todesfällen seit Jahrzehnten.
ICE hat eine Richtlinie verabschiedet, wonach Inhaftierte, die ohne die nötigen Papiere in die USA eingereist sind, keinen Anspruch auf Freilassung gegen Kaution haben. Das bedeutet, dass sie während des gesamten Abschiebeverfahrens in Haft bleiben müssen. Auch Asylsuchende bleiben bis zur Entscheidung über ihren Antrag inhaftiert. Gemäss dem Völkerrecht sollten Asylsuchende nicht für die Art und Weise ihrer Einreise bestraft werden. Auch sollten Menschen nicht abgeschoben werden, bevor ihr Antrag auf Flüchtlingsschutz ordnungsgemäss in einem fairen Verfahren zur Feststellung des Flüchtlingsstatus geprüft wurde.
Die in «Alligator Alcatraz» inhaftierten Personen wurden grösstenteils in andere Haftanstalten verlegt, so auch in das ICE-Haftzentrum Krome. Amnesty International fordert die Vereinigten Staaten weiterhin auf, das umfassende Programm der Masseninhaftierung und Abschiebung einzustellen.
Weitere Aktionen sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die sich für die Schliessung von «Alligator Alcatraz» eingesetzt haben.