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Setzen Sie sich für Marwa Arafa ein:
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| Mitmachen bis 06. Juni 2026 |
Briefvorlagen
Portokosten Postversand:
Europa: CHF 1.90
Übrige Länder: CHF 2.50
Schweiz (für Kopien an die Botschaft): A-Post CHF 1.20 / B-Post CHF 1.–
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Social Media: Infos, Vorschläge und Adressen finden Sie unter SOCIAL MEDIA GUIDE
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Adressen
Generalstaatsanwalt:
Public Prosecutor Mohamed Shawky Ayyad
Office of the Public Prosecutor
Madinat al-Rehab
Cairo
Arab Republic of Egypt
Fax: +202 2577 4716
E-Mail: m.office@ppo.gov.eg
Twitter/X: @EgyptianPPO
Facebook: https://www.facebook.com/ppo.gov.eg
Kopien an
Botschaft der Arabischen Republik Ägypten
Elfenauweg 61
3006 Bern
Fax: 031 352 06 25
E-Mail: eg.emb.bern@gmail.com
Facebook: https://www.facebook.com/eg.bern.embassy/
Social Media Guide
https://x.com/AmnestyMENA/status/2009671515294384317
Hintergrund
Die anhaltende willkürliche Inhaftierung der Menschenrechtsaktivistin Marwa Arafa gibt Anlass zu grosser Sorge. Sie befindet sich seit fast sechs Jahren allein aufgrund der Wahrnehmung ihrer Menschenrechte, darunter der Unterstützung von Angehörigen aus politischen Gründen inhaftierter Personen, in Untersuchungshaft. Am 20. April 2020 durchsuchten Sicherheitskräfte das Haus von Marwa Arafa Im Kairoer Stadtteil Nasr City und nahmen sie vor den Augen ihrer damals zweijährigen Tochter fest. Dies löste bei dem Kind ein schweres Trauma aus, das durch die lange Haftstrafe ihrer Mutter noch verstärkt wird. Die Sicherheitskräfte hielten ihren Haftort 14 Tage lang geheim, was dem Tatbestand des Verschwindenlassens entspricht. Ihre Familie bemühte sich unterdessen verzweifelt um Informationen über ihr Schicksal und ihren Verbleib, unter anderem durch Appelle an den Generalstaatsanwalt und den Innenminister. Am 4. Mai 2020 erschien Marwa Arafa in der Rechtssache Nr. 570 vor der Staatsanwaltschaft für Staatssicherheit (SSSP) und wurde wegen unbegründeter Vorwürfe der «Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und der Finanzierung des Terrorismus» verhört. Seither wurde die Untersuchungshaft von Marwa Arafa unter Verstoss gegen ägyptisches Recht, das eine Begrenzung der Untersuchungshaft auf zwei Jahre vorsieht, verlängert. Im Dezember 2024 wurde Marwa Arafa zusammen mit 38 weiteren Personen wegen falscher Terrorismusvorwürfe, die auf ihrem friedlichen Aktivismus beruhen, vor Gericht gestellt. Ihre Rechte auf ein faires Gerichtsverfahren wurden verletzt, darunter auch ihr Recht auf eine angemessene Verteidigung. Die Behörden im Gefängnis der Stadt Madinat al-Aschir min Ramadan (10th of Ramadan) verweigern ihr den Zugang zu ihrem Rechtsbeistand. Ihre nächste Anhörung ist für den 15. Februar 2026 anberaumt.
Marwa Arafas Gesundheitszustand hat sich seit ihrer ungerechtfertigten Inhaftierung erheblich verschlechtert. Nach Angaben ihrer Mutter erlitt sie im August 2025 aufgrund einer extremen Hitze und einer schweren Anämie eine Lungenembolie. Sie konnte sich nicht mehr eigenständig bewegen und hatte Atembeschwerden. Trotzdem brachten die Behörden sie nach nur einer Nacht im Gefängniskrankenhaus zurück in ihre Zelle, ohne ihre Diagnose und Behandlung abzuschliessen. Laut einem von der Familie konsultierten unabhängigen Arzt benötigt sie einen Ultraschalluntersuchung des Herzens, die im Gefängniskrankenhaus nicht verfügbar ist. Mehrere Anträge ihrer Familie und ihres Rechtsbeistands, sie in eine geeignete medizinische Einrichtung ausserhalb des Gefängnisses zu verlegen, wurden von der SSSP abgelehnt.
Marwa Arafa ist Übersetzerin und Menschenrechtsverteidigerin. Sie hat Familienangehörige von Personen unterstützt, die aus politischen Gründen inhaftiert waren. Ihre Hilfe umfasste unter anderem die Unterstützung von Angehörigen bei den Kosten für Gefängnisbesuche. Ausserdem setzte sie sich für die Rechte von Kindern ein. Sie wurde vor den Augen ihrer damals zweijährigen Tochter festgenommen, bei der später Autismus diagnostiziert wurde. Durch die unrechtmässige Inhaftierung von Marwa Arafa wird ihrer Tochter die Anwesenheit und Fürsorge ihrer Mutter vorenthalten.
Marwa Arafas erste Verhandlung vor der für Terrorismus zuständigen Kammer des Strafgerichts in Kairo fand am 6. Juli 2025 nach über fünf Jahren willkürlicher Untersuchungshaft statt. Laut der unabhängigen Menschenrechtsorganisation Egyptian Initiative for Personal Rights (EIPR) vertagte das Gericht die Verhandlung auf den 18. Oktober 2025, damit die Rechtsbeistände die Akte einsehen können. Ihren Rechtsbeiständen war von der Ermittlungsphase bis nach der ersten Gerichtsverhandlung der Zugang zu ihrer Akte verweigert worden. Während der Verhandlung am 18. Oktober 2025 erschien Marwa Arafa sichtlich erschöpft und mit deutlichen Atembeschwerden vor Gericht. Der Vorsitzende Richter vertagte die Verhandlung auf den 20. Dezember 2025, nachdem die Verteidigung beantragt hatte, die Zeug*innen der Anklage zu befragen und ins Kreuzverhör zu nehmen. Am 20. Dezember 2025 befragte das Gericht Zeug*innen der Anklage, bei denen es sich um die an den Ermittlungen in ihrem Fall beteiligten Polizeibeamt*innen handelte. Die Sitzung wurde auf den 15. Februar 2026 vertagt, um die übrigen Zeug*innen der Anklage zu befragen. Amnesty International hat wiederholt Verstösse gegen das Recht auf ein faires Gerichtsverfahren in Prozessen vor Terrorismusgerichten dokumentiert. Dazu gehören Verstösse gegen das Recht auf eine faire und öffentliche Verhandlung durch ein zuständiges, unparteiisches und unabhängiges Gericht sowie gegen das Recht auf angemessene Verteidigung und Waffengleichheit.
Marwa Arafa war von April 2020 bis zu ihrer Verlegung in das Gefängnis von Madinat al-Aschir min Ramadan im Juli 2023 im Frauengefängnis Al-Qanater inhaftiert. Nach Informationen von Amnesty International weigerte sich das Personal des Gefängnisses Al-Qanater, einzugreifen, als sie von anderen Gefangenen misshandelt wurde, und lehnte wiederholt ihre Anträge ab, gegen eine finanzielle Vergütung in Gefängniswerkstätten zu arbeiten. Seit August 2025 verweigern die Behörden des Gefängnisses Madinat al-Aschir min Ramadan Marwa Arafa ihr Recht auf tägliche Bewegung, was gegen die ägyptischen Gefängnisvorschriften und internationale Standards zur Behandlung von Gefangenen verstösst. Einem von ihrer Familie konsultierten Arzt zufolge ist tägliche Bewegung für sie von entscheidender Bedeutung, um zukünftige Blutgerinnsel und eine weitere Verschlechterung ihres Gesundheitszustands zu verhindern.
Im August 2025 erlitt Marwa Arafa eine Lungenembolie, die durch die Verabreichung von Blutverdünnungsmitteln behoben werden konnte. Nachfolgende Untersuchungen ergaben eine Herzerkrankung, die weitere diagnostische Tests erforderlich macht, um festzustellen, ob sie eine Herzkatheteruntersuchung oder eine medikamentöse Behandlung benötigt. Dies wurde von einem unabhängigen Arzt festgestellt, der von ihrer Familie konsultiert wurde. Die Anträge der Familie, sie zur Durchführung der notwendigen Diagnose und Behandlung in ein externes Krankenhaus zu verlegen, werden von den Gefängnisbehörden weiter abgelehnt.
Nach Amnesty International vorliegenden Informationen hindern die Behörden des Gefängnisses von Madinat al-Aschir min Ramadan Marwa Arafa auch daran, ihr Aufbaustudium fortzusetzen und ihre Prüfungen abzulegen. Seit 2023 hat ihre Familie wiederholt Anträge bei der Staatsanwaltschaft und den Gefängnisbehörden gestellt, um ihr die Teilnahme an den Prüfungen zu ermöglichen. Alle Anträge wurden von den Gefängnisbehörden abgelehnt.
Details
| UA-Nummer: Erscheinungsdatum | Aktualisiert am: Index: |
UA 001/26 07.01.2026 MDE 12/0595/2026 |
| Voraussichtlich mitmachen bis: | 06. Juni 2026 |
| Ganze Urgent Action (Word): | deutsch english |
| Nur der Modellbrief (Word): | deutsch english |
Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.
English version
Unjustly jailed activist tried on bogus terrorism charges
Marwa Arafa, Egyptian human rights activist and translator, has been arbitrarily detained for nearly six years solely in relation to her activism, including supporting relatives of detainees. In December 2024, the Supreme State Security Prosecution (SSSP) referred her to trial before the Cairo Criminal Court on bogus charges of joining and financing a terrorist organization. On 20 April 2020, security forces arrested Marwa Arafa from her apartment in Cairo without presenting an arrest warrant; and subsequently subjected her to enforced disappearance for 14 days. Marwa Arafa was arrested in front of her then 2-year-old daughter, causing her child significant trauma. Marwa Arafa’s health has severely deteriorated in prison. Despite this, authorities are refusing her the medical care she needs. Egyptian authorities must immediately and unconditionally release Marwa Arafa and drop all charges against her as she is detained solely for exercising her human rights.
Marwa Arafa is a translator and human rights defender who provided support for family members of individuals detained for political reasons. Her assistance encompassed helping families with the costs of prison visits. She was also involved in advocating for children’s rights. She was arrested in front of her then two-year-old daughter who was later diagnosed with being on the autism spectrum. Marwa Arafa unjust imprisonment deprives her daughter of her mother’s presence and care.
Marwa Arafa’s first trial session in front of the terrorism circuit of the Cairo Criminal Court was held on 6 July 2025 after over five years of pre-trial arbitrary detention. According to the Egyptian Initiative for Personal Rights (EIPR), an independent human rights organization, the court postponed the hearing to 18 October 2025 to enable the lawyers to review the casefile. Her lawyers had been denied access to her casefile from the investigation stage until after the first court hearing. During the hearing on 18 October 2025, Marwa Arafa appeared in court in a state of visible fatigue with marked respiratory distress. The presiding judge adjourned the hearing to 20 December 2025 based on the defence’s request to question and cross examine prosecution witnesses. On 20 December 2025, the court questioned prosecution witnesses namely policemen involved in investigations in her case. The session was adjourned to 15 February 2026 to question the remaining prosecution witnesses. Amnesty International has repeatedly raised concerns about fair trial violations in proceedings by terrorism circuits, including violations to the right to a fair and public hearing by a competent, impartial and independent tribunal and the right to adequate defence and equality of arms.
Marwa Arafa was detained in Al-Qanater women’s prison from April 2020 until her transfer to 10th of Ramadan prison in July 2023. According to information gathered by Amnesty International, Al-Qanater prison officials refused to intervene when she was subjected to abuse by other prisoners and repeatedly denied her requests to work in prison workshops in return for financial remuneration. Since August 2025, 10th of Ramadan prison authorities have been denying Marwa Arafa her right to daily exercise, in contravention to Egyptian prison regulations and international standards on the treatment of prisoners. According to an independent doctor consulted by her family, daily exercise is critical for her to prevent future blood clots and a further degradation of her health.
In August 2025, Marwa Arafa suffered from pulmonary embolism, which was resolved after anticoagulant injections. Subsequent examinations revealed a heart condition requiring further diagnostic tests to determine whether she requires cardiac catheterization or medication-based treatment as assessed by an independent doctor consulted by her family. Prison authorities continue to deny her family’s requests to transfer her to outside hospitals to complete the necessary diagnosis and treatment.
According to information gathered by Amnesty International, 10th of Ramadan prison authorities have also been preventing Marwa Arafa from continuing her postgraduate studies and sitting her exams. Since 2023, her family has filed repeated petitions requesting permission from the Public Prosecution and prison authorities for her to sit the exams. All requests were rejected by officials at 10th of Ramadan Prison.
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Please take action before 06 June 2026.
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