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| Mitmachen bis 30. August 2026 |
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Europa: CHF 1.90
Übrige Länder: CHF 2.50
Schweiz (für Kopien an die Botschaft): A-Post CHF 1.20 / B-Post CHF 1.–
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Adressen
Augusto Rodríguez Ballesteros
Director Unidad Nacional de Protección
Carrera 44 No. 20-21
Bogotá, D.C.
Colombia
Kopien an
Botschaft der Republik Kolumbien
Zieglerstrasse 29
3007 Bern
Fax: 031 350 14 09
E-Mail: esuiza@cancilleria.gov.co
Social Media Guide
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Hintergrund
Die erneute Drohung der paramilitärischen Gruppe Ejército Gaitanista de Colombia (EGC) gegen das Forschungs- und Menschenrechtszentrum Centro de Investigación y Educación Popular / Programa por la Paz (CINEP/PPP) gibt Anlass zu grosser Sorge. Am 3. Mai veröffentlichte die EGC einen Drohbrief gegen das CINEP und dessen stellvertretenden Direktor, Juan Pablo Guerrero. Darin widersprach die EGC Juan Pablo Guerrero, der sich zuvor zu einem Mechanismus geäussert hatte, der zur Überwachung von Verhandlungen zwischen der EGC und der kolumbianischen Regierung eingerichtet worden war. Später erklärte die kolumbianische Ombudsstelle (Defensoría del Pueblo), dass die Äusserungen der EGC das Recht der CINEP Mitarbeiter*innen, sich für Menschenrechte einzusetzen, verletze und deren Leben, Unversehrtheit und Sicherheit gefährde.
Die EGC, auch bekannt als Clan del Golfo, ging aus der AGC (Autodefensas Gaitanistas de Colombia) hervor und ist eine der grössten organisierten bewaffneten Gruppen des Landes. Bereits vor einigen Monaten hatte die EGC auf ihrem X-Account behauptet, dass das CINEP Verbindungen zur Nationalen Befreiungsarmee (Ejército de Liberación Nacional, ELN) habe, einer nach wie vor aktiven, bewaffneten Guerillagruppe. Damit wiederholte sie ein Muster der Stigmatisierung, das eine lange Geschichte hat. Diese Behauptung, für die es keinerlei Belege gibt, bringt alle CINEP Mitarbeiter*innen in grosse Gefahr, denn solche Stigmatisierungen werden in Kolumbien häufig als Rechtfertigung für Angriffe auf Menschenrechtsverteidiger*innen herangezogen. Auch die Ombudsstelle warnte vor den Folgen solcher Erklärungen. Amnesty International wurde darüber informiert, dass die nationale Schutzeinheit Unidad Nacional de Protección (UNP) das Verfahren zur Risikoeinschätzung und zur Festlegung kontinuierlicher Schutzmassnahmen eingeleitet hat. Die UNP ist eine der staatlichen Stellen, die für den Schutz der CINEP Mitarbeiter*innen zuständig sind. Doch noch gibt es keine Anzeichen dafür, dass wirksame Massnahmen ergriffen worden wären oder sich die Sicherheitslage der CINEP Mitarbeiter*innen positiv entwickelt hätte.
Das Forschungs- und Menschenrechtszentrum Centro de Investigación y Educación Popular / Programa por la Paz (CINEP/PPP) ist eine NGO in Bogotá, die sich mit gesellschaftlichen Problemen, Menschenrechten und Friedensarbeit beschäftigt. Seit seiner Gründung durch den Jesuitenorden im Jahr 1972 ist das CINEP eine der führenden Organisationen, die die politische Gewalt im Land dokumentiert, anprangert und sich für die Menschenrechte einsetzt.
Das CINEP war immer wieder Ziel von politischer Gewalt. Im Laufe der Jahre war die Organisation Drohungen und Angriffen ausgesetzt, mit denen man sie einschüchtern und ihre Menschenrechtsarbeit behindern wollte. 1997 wurden die CINEP Mitarbeiter*innen Mario Calderón und Elsa Alvarado in Bogotá ermordet. Fast 30 Jahre später stufte die Generalstaatsanwaltschaft den Angriff als Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein – doch die Täter*innen bleiben straffrei. Glaubwürdige Aussagen deuten darauf hin, dass staatliche Akteure und paramilitärische Kräfte an dem Verbrechen beteiligt waren.
Als Menschenrechtsorganisation und Thinktank hat CINEP seine Arbeit seit jeher auf Regionen und Gemeinschaften konzentriert, die in Kolumbien von bewaffneter Gewalt, Diskriminierung und Entrechtung betroffen sind. Dazu gehören auch die Regionen Darién Gap und das Atrato-Flussgebiet im Departamento Chocó an der kolumbianischen Pazifikküste. In diesen abgelegenen Regionen sind seit langem verschiedene bewaffnete Gruppen aktiv, darunter Guerilla- und paramilitärische Gruppen. In den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren operierten dort paramilitärische Gruppen in Abstimmung mit der kolumbianischen Armee. Amnesty International dokumentierte damals massive Vertreibungen und zahlreiche weitere schwere Menschenrechtsverletzungen.
Die paramilitärischen Kräfte wurden Mitte der 2000er-Jahre demobilisiert. Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens – Volksarmee (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – Ejército del Pueblo, FARC-EP) waren jedoch bis zu ihrer eigenen Demobilisierung Anfang 2017 – im Anschluss an die Unterzeichnung des Friedensabkommens von 2016 – in der Region Chocó aktiv. Im Laufe des Jahres 2017 warnte Amnesty International wiederholt vor Gewalttaten gegen die Zivilbevölkerung, insbesondere gegen indigene und afrokolumbianische Gemeinschaften, die sowohl von abtrünnigen paramilitärischen Gruppen als auch von der ELN verübt wurden. Diese Gruppen füllten das Vakuum, das durch die Demobilisierung der FARC-EP entstanden war. Amnesty International kam 2017 im englischsprachigen Bericht The Years of Solitude Continue: Colombia, the Peace Agreement and Guarantees of Non-Repetition in Chocó (Die Jahre der Einsamkeit dauern an: Kolumbien, das Friedensabkommen und Garantien der Nicht Wiederholung von Gewalttaten im Chocó) zu dem Schluss, dass der Staat seinen im Friedensabkommen von 2016 festgelegten Verpflichtungen zum Schutz vor und zur Nichtwiederholung von Gewalttaten nicht nachgekommen ist.
Seitdem haben verschiedene Institutionen – angefangen bei der staatlichen Ombudsstelle bis hin zu verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen wie Amnesty International – Menschenrechtsverletzungen durch bewaffnete Gruppen angeprangert. Beteiligt sind auch die paramilitärische Gruppe Ejército Gaitanista de Colombia (EGC), auch bekannt als Clan del Golfo, die aus der Gruppe Autodefensas Gaitanistas de Colombia (AGC) hervorging.
Am 25. Juni 2025 veröffentlichte das CINEP seinen jüngsten Bericht zur Lage vor Ort. Darin zeigt das Menschenrechtszentrum auf, wie die EGC die territoriale Kontrolle in der Region ausübt und versucht, die lokalen Machtverhältnisse zum Nachteil indigener und afrokolumbianischer Gemeinschaften neu zu ordnen. Seitdem war das CINEP Ziel mehrerer stigmatisierender und einschüchternder Äusserungen seitens der EGC, die sich gleichzeitig in öffentlichen Verhandlungen mit der kolumbianischen Regierung befindet. Verschiedene zivilgesellschaftliche Organisationen sowie die staatliche Ombudsstelle haben diese Drohungen kritisiert.
Details
| UA-Nummer: Erscheinungsdatum | Aktualisiert am: Index: |
UA 057/26 15.06.2026 AMR 23/1058/2026 |
| Voraussichtlich mitmachen bis: | 30. August 2026 |
| Ganze Urgent Action (Word): | |
| Nur der Modellbrief (Word): | deutsch english español |
Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.
English version
Protect human rights organization CINEP
On 3 May 2026, the Gaitanista Army of Colombia (A.K.A. Gulf’s Clan) published an intimidatory statement against renowned human rights defence organization and think-tank Popular Research and Education Center - CINEP. Far from being an isolated event, this was at least the second time the Gaitanista Army of Colombia publicly intimidated and stigmatized CINEP in recent months. We call Colombian authorities to take measures to protect CINEP and its staff.
The Popular Research and Education Center / Programme for Peace (CINEP/PPP) is a Colombian human rights defence organization and think-tank based in Bogotá, Colombia. Since 1972, when it was founded by the Society of Jesus, CINEP/PPP has been one of the leading organizations documenting and denouncing political violence in the country and promoting human rights.
CINEP/PPP itself has been a target of Colombian political violence. Throughout the years, it has received threats and attacks as a way of intimidating them and hindering their human rights work. In 1997, CINEP/PPP researchers Mario Calderón and Elsa Alvarado were killed in Bogotá. Almost 30 years later, the Attorney General’s Office has declared the attack as a crime against humanity, but remains in impunity, even after credible declarations pointed towards State agents and paramilitary forces involvement in it.
As a human rights defence organization and think-tank, CINEP has historically focused its work on regions and communities affected by armed violence, discrimination and disenfranchisement in Colombia. This includes work in the Darién Gap and the Atrato River Basin regions in the department of Chocó, on the Colombian pacific coast.
This region has historically been affected by the presence of armed groups, including guerrilla and paramilitary groups. In the late 1990s and early 2000s, paramilitary groups operated in coordination with the Colombian Army, causing mass forced displacement and other serious human rights violations, as documented at the time by Amnesty International.
The paramilitary forces demobilized in the mid-2000s, while the FARC-EP guerrilla maintained a strong presence in the Chocó region until its own demobilization in early 2017 following the signing of the 2016 Peace Agreement. During 2017, Amnesty International repeatedly warned about violent acts affecting the civilian population, particularly Indigenous and Afro-descendant communities, committed both by dissident paramilitary groups and by the ELN guerrilla. These groups moved to fill the vacuum left by the FARC-EP’s demobilization, highlighting the State’s failure to fulfil its commitments to protection and non-repetition under the 2016 Peace Agreement, as noted in Amnesty International’s report The Years of Solitude Continue: Colombia, the Peace Agreement and Guarantees of Non-Repetition in Chocó.
Since then, institutions ranging from the State Ombudsman’s Office to various civil society organizations, including Amnesty International, have denounced abuses committed by armed groups such as the paramilitary dissidents, later known as the AGC («Autodefensas Gaitanistas de Colombia») and, more recently, the EGC («Ejército Gaitanista de Colombia»), also known as the Gulf’s Clan.
On 25 June 2025, CINEP published its latest report on the situation there, highlighting how the EGC exerted territorial control in the region and pushed to reconfigure local power in detriment of indigenous and afrocolombian communities.
Since then, CINEP has been subjected to several stigmatizing and intimidatory statements made by the armed group, who is in public negotiations with the Colombian government. Various civil society organizations, as well as the Ombudsman’s Office have rejected these threatening statements.
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Please take action before 30 August 2026.
You'll find all necessary adddress- and social media information above. English model letter as a Word-file.