In Kürze
Heute haben international tätige Unternehmen dank der Globalisierung mehr Macht und Einfluss als je zuvor. Sie stehen in der Verantwortung, Menschenrechte zu achten, da unternehmerisches Handeln – besonders in globalen Lieferketten – direkte Auswirkungen auf Arbeitsbedingungen, Sicherheit und Umwelt hat. Laut den Uno-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte müssen Firmen denn auch Menschenrechte in ihrer Geschäftstätigkeit respektieren. Doch einige der transnationalen Unternehmen verletzen Menschenrechte, verschärfen die Armut, belasten die Umwelt oder verstärken den Klimawandel.
Die Staaten haben eine Schutzpflicht, das heisst sie müssen Gesetze erlassen, die Unternehmen zur Achtung der Menschenrechte verpflichten, und müssen deren Einhaltung überprüfen. Die staatliche Regulierung ist jedoch oft unzureichend - auch in der Schweiz -, da verbindliche Sorgfaltspflichten fehlen oder nicht durchgesetzt werden.
Unterstützen Sie die Arbeiter*innen der Bekleidungsindustrie in Südasien
Bodenschätze: Profite vor Menschenrechten
Die Konzernverantwortungsinitiative
Fallbeispiele von Menschenrechtsverletzungen durch internationale Konzerne
Shells Verschmutzung des Nigerdeltas
Die Ölgewinnung im Niger Delta verursacht seit Jahrzehnten weitreichende Umweltverschmutzung und beeinträchtigt die Menschenrechte der dort lebenden Bevölkerung massiv. Die Menschen fordern Gerechtigkeit ein und haben trotz riesigen Hindernissen erste Erfolge verbucht.
Bhopal: Auch nach Jahrzehnten keine Gerechtigkeit
Vor 40 Jahren kam es im indischen Bhopal zu einem schrecklichen Industrieunfall. Bis heute leiden die Menschen an den Folgen der Katastrophe.
Trafigura: Vom Giftabfall betroffene Gemeinschaften brauchen endlich Antworten
Mehr zum Thema Wirtschaft und Menschenrechte
- Bodenschätze | Kommentar
Rückkehr der Raubtiermentalität
US-Präsident Donald Trumps Absicht, sich das venezolanische Erdöl zu sichern, manifestiert eine neue US-Aussenpolitik, die aber eigentlich eine alte ist.
- Bodenschätze | USA
Verletzte Rechte, verletzte Wurzeln
Im Wettlauf um Lithium stellt Washington die Bedürfnisse der Wirtschaft über die Rechte der indigenen Bevölkerung, wie ein aktueller Bericht von Amnesty International enthüllt.
- Bodenschätze | China
Seltene Erden, häufiger Zwang
Europa ist in hohem Masse von Chinas Rohstoffen und Raffinerien abhängig. Dabei missachtet das Land systematisch die Menschenrechte.
- Bodenschätze | Lieferketten
Die Kette der Ausbeutung
Bei der Förderung und Verarbeitung von Rohstoffen müssten Menschenrechte und der Schutz der Natur auf der gesamten Wertschöpfungskette eingehalten werden. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg.
- Bodenschätze | Sudan
Blutiges Gold
Seit über drei Jahren herrscht im Sudan ein brutaler Krieg. Finanziert wird dieser unter anderem durch den Handel mit Gold – trotz internationaler Sanktionen. Einer der grössten Umschlagplätze für sud...