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Urgent Action − Pakistan

Fünf belutschische Aktivist*innen in geheimen Verfahren

Den fünf belutschischen Aktivist*innen Mahrang Baloch, Bebarg Zehri, Beebow Baloch, Shah Jee Sibghat Ullah und Gulzadi Baloch ist wiederholt die Freilassung gegen Kaution verweigert worden. Sie müssen sich wegen konstruierter Anschuldigungen in einem Verfahren verantworten, ohne dass die Medien oder unabhängige Beobachter*innen Zugang zu der Verhandlung haben. Nach einem Jahr willkürlicher Inhaftierung haben einige der Aktivist*innen ernste gesundheitliche Probleme. Trotzdem wird ihnen eine wirksame ärztliche Versorgung verweigert. Die pakistanischen Behörden müssen alle fünf Inhaftierten sofort freilassen, da sie nur wegen der friedlichen Ausübung ihrer Menschenrechte inhaftiert sind.

Jetzt mitmachen

Setzen Sie sich für die fünf Aktivist*innen der belutschischen Bewegung ein:
Senden Sie E-Mails oder Briefe per Post
Teilen Sie ausserdem ein Foto des versendeten Briefes in den sozialen Medien und verlinken Sie die offiziellen Accounts der Regierungsbeamten. 

Mitmachen bis 16. September 2026

Briefvorlagen

Adressen

Ministerpräsident von Belutschistan:
Chief Minister Office, Sarfraz Bugti 
Zarghun Road
Quetta, Balochistan
Pakistan
E-Mail: cm@balochistan.gov.pk ; sarfaraz.bugti@gmail.com
X/Twitter: @CMOBalochistan ; @PakSarfrazbugti

Kopien an 

Prime Minister, Shehbaz Sharif
Prime Minister’s Office
Constitution Avenue
G-5/2 Islamabad
Pakistan
E-Mail: info@pmo.gov.pk
X/Twitter:
- Prime Minister's Office: @PakPMO
- Shehbaz Sharif: @CMShehbaz

Botschaft von Pakistan
Bernastrasse 47
3005 Bern
Fax: 031 350 17 99
E-Mail: parepbern@gmail.com

Social Media Guide

Targets:
X/Twitter, Chief Minister Office: @CMOBalochistan
X/Twitter, Chief Minister: @PakSarfrazbugti
Facebook: https://www.facebook.com/Sarfrazbugtiofficial
Instagram: https://www.instagram.com/sarfrazbugti/

X/Twitter accounts of detained activists: 
Mahrang Baloch: @MahrangBaloch_ 
Bebarg Zehri: @bebarg_zehri 
Beebow Baloch: @Beebow74394994 
Shah Jee Sibghat Ullah: @ShahGBaloch 
Gulzadi Baloch: @GullzadiC 

→  Please make sure to tag the targets in your posts, share, or retweet. 
→  Bitte vergesst nicht, die Zielpersonen in euren Beiträgen zu markieren, zu teilen oder zu retweeten. 

Suggested messages:

 1:
🚨 One year in pretrial detention. 

Mahrang Baloch, Bebarg Zehri, Beebow Baloch, Shah Jee Sibghat Ullah and Gulzadi Baloch are being punished for their advocacy for human rights. 

Pakistani authorities must immediately release them. 

2:
Five Baloch activists have spent 12 months in detention solely for demanding justice and rights for their communities. 

Their peaceful activism is not a crime. 

Their detention must end. 

Pakistani authorities must end this travesty of justice. 

3:
A full year of arbitrary detention. 

A full year of families torn apart. 

A full year of injustice. 

Release Mahrang Baloch, Bebarg Zehri, Beebow Baloch, Shah Jee Sibghat Ullah and Gulzadi Baloch NOW. 

4:
For one year, these five activists have been detained simply for speaking out against injustices in Balochistan. Pakistani authorities must immediately release Mahrang, Bebarg, Beebow, Shah Jee and Gulzadi.   

Hashtags:
#ReleaseMahrangBaloch
#ReleaseBalochActivists

Hintergrund

Mehrere belutschische Aktivist*innen, darunter Mahrang Baloch, Bebarg Zehri, Beebow Baloch, Shah Jee Sibghat Ullah und Gulzadi Baloch, die seit einem Jahr inhaftiert sind, erhalten keine angemessene medizinische Versorgung. Zudem wird ihnen das Recht auf ein faires Gerichtsverfahren verweigert. Sie sind derzeit im Hudda-Gefängnis in Quetta inhaftiert, und ihr Prozess findet auf dem Gelände des Gefängnisses statt, ohne dass Medienvertreter*innen oder unabhängige Beobachter*innen Zugang zu dem Verfahren haben. Es sind ausserdem Bedenken hinsichtlich der Unparteilichkeit des Richters laut geworden.

Es ist besorgniserregend zu erfahren, dass die Aktivist*innen weiterhin inhaftiert sind, obwohl ihre Präventivhaftanordnung abgelaufen ist. Sie werden nun auf der Grundlage konstruierter Anklagen nach dem Antiterrorgesetz festgehalten, um ihre Haft zu verlängern, wodurch ihnen die Rechte auf Freiheit, auf ein faires Verfahren, auf freie Meinungsäusserung sowie auf Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit verweigert werden, da sie ausschliesslich wegen ihrer Arbeit als Menschenrechtsverteidiger*innen inhaftiert sind.

Bebarg Zehri steht aufgrund einer Verletzung, die er bei einem Angriff der pakistanischen Sicherheitskräfte erlitten hat, vor täglichen Herausforderungen, weil er seine Beine nicht bewegen kann. Er hat keinen Zugang zu hochwertiger Physiotherapie, was seinen Zustand verschlimmert hat. Mahrang Baloch leidet an einer schweren Wirbelsäulenerkrankung, die sie sich während der Haft zugezogen hat. Trotz wiederholter Anträge bei den Gefängnisbehörden erhält sie sie keinen Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung.

Dr. Mahrang Baloch hat trotz ihrer Rückenschmerzen in den vergangenen sechs Monaten keine angemessene medizinische Versorgung zu erhalten. Sie hat sich mehrfach an die Gefängnisverwaltung gewandt, doch der Zugang zu medizinischer Versorgung wurde ihr verweigert, so dass sie monatelang versuchte, die Schmerzen selbst zu lindern. Als sich ihr Zustand erheblich verschlechterte, wurde ein Arzt des Gefängnisses gerufen, um sie zu untersuchen, doch die Behandlung war unzureichend, da es im Gefängnis keine entsprechenden medizinischen Geräte bzw. Einrichtungen gibt. Die Behörden sahen sich gezwungen, sie am 18. Februar 2026 aufgrund starker Schmerzen in ein Krankenhaus zu bringen; ihre Familie und ihre Rechtsbeistände wurden jedoch nicht informiert. Medizinische Tests haben ergeben, dass Mahrang Baloch an einer schweren Wirbelsäulenerkrankung leidet und dass ihre Mobilität ernsthaft beeinträchtigt werden könnte, wenn sie nicht angemessen behandelt wird.

Bebarg Zehri wurde 2010 bei einem Angriff der pakistanischen Sicherheitskräfte verletzt, wodurch er die Beweglichkeit in beiden Beinen verlor. Sein Zustand hat sich während eines Jahres Haft verschlimmert, weil er sich eine Infektion zuzog, die eine Operation erforderlich machte. Während die Familie mit der Operation zufrieden war, wurde ihm der Zugang zur Nachsorge und zu weiteren Arztbesuchen verwehrt. Sein Zustand erfordert regelmässige Physiotherapie, doch die unzureichende Pflege im Gefängnis hat dazu geführt, dass sich sein Zustand verschlechtert und er erheblich an Muskelmasse verloren hat. Seine Familie hat erklärt, dass die Gefängnisbehörden seinen Bedürfnissen nach Barrierefreiheit nicht nachkommen und seine Anfragen an die Behörden wiederholt ignoriert worden sind.

Die Verweigerung der medizinischen Versorgung ist ein ständiges Problem für die Inhaftierten. Ende April 2025 wurde Beebow Baloch in das Bezirksgefängnis Pishin verlegt, ohne dass ein Grund für die Verlegung genannt wurde. Sie wurde dort mehrere Tage lang als einzige weibliche Gefangene festgehalten und soll in der Haft gefoltert worden sein. Nachdem sich ihr Zustand deutlich verschlechtert hatte, wurde sie ins CMH-Krankenhaus verlegt und schliesslich zurück ins Hudda-Gefängnis gebracht, wo sie seitdem festgehalten wird.

Die Haftanordnung für die fünf Aktivist*innen – gemäss der Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung von 1960 (MPO) – lief am 22. Juni 2025 aus, so dass sie hätten freigelassen werden müssen. Daraufhin wurden die Aktivist*innen am 8. Juli einem Antiterrorgericht vorgeführt, wenige Stunden vor der geplanten Sitzung eines Justizausschusses, der die Rechtmässigkeit ihrer Inhaftierung überprüfen sollte. Seitdem sind Aktivist*innen in der gesamten Provinz Belutschistan mit mehreren Verfahren nach dem pakistanischen Antiterrorgesetz von 1997 konfrontiert. Ihre Rechtsbeistände haben in den vergangenen sechs Monate versucht, in verschiedenen Teilen der Provinz Freilassungen gegen Kaution zu erwirken.

Während die Aktivist*innen in den meisten Fällen gegen Kaution freigelassen wurden, wurde ihnen in Antiterrorfällen in Quetta die Freilassung verweigert. Die Verfahren gegen die fünf Aktivist*innen finden als «Gefängnisprozess» statt, bei dem sie einem*r Richter*in des Antiterrorgerichts innerhalb des Gefängnisgeländes vorgeführt werden. Während der Verhandlung am 7. Februar 2026 erklärten die Aktivist*innen, dass sie aufgrund der ihrer Meinung nach feindseligen Äusserungen des Richters kein Vertrauen mehr in den Richter haben, der ihren Prozess leitet.

Diese Inhaftierungen sind Teil einer umfassenderen Unterdrückung friedlicher Proteste und des Rechts auf freie Meinungsäusserung in der Provinz. Auch Aktivist*innen, Anwält*innen und Journalist*innen, die sich gegen diese Unterdrückung aussprechen, werden ins Visier genommen. Im Januar 2026 wurden die Menschenrechtsanwältin Imaan Mazari und der Anwalt Hadi Ali Chatta, die auch Mahrang Balochs Rechtsbeistände in mehreren Verfahren in Islamabad sind, wegen Social-Media-Beiträgen, in denen sie ihre Solidarität mit belutschischen Aktivist*innen, insbesondere mit Mahrang Baloch, zum Ausdruck brachten, zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der Journalist Sohrab Barkat wurde im Dezember 2025 eben-falls festgenommen, weil er Beiträge über Belutschistan in den Sozialen Medien veröffentlicht hatte.

Antiterrorgesetze werden eingesetzt, um Aktivist*innen, insbesondere ethnische Minderheiten wie die Belutsch*innen, zum Schweigen zu bringen und zu bestrafen. Im Juni 2025 verabschiedete das Parlament von Belutschistan das Antiterrorgesetz (Balochistan Amendment) von 2025, das eine Inhaftierung ohne Anklage für bis zu drei Monate ermöglicht. Im Oktober 2025 wurden Dutzende belutschischer Aktivist*innen gemäss Abschnitt 11-EE des Antiterrorgesetzes auf eine «Terror-Beobachtungsliste» gesetzt.

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Pakistan must end crackdown on Baloch human rights defenders (Amnesty UK, 28 May 2025)

Pakistan: Systematic attacks and relentless crackdown on Baloch activists must end (Amnesty UK, 27 March 2025)

Pakistan: Living Ghosts - The Devastating Impact of Enforced Disappearances in Pakistan (Amnesty UK, 22 November 2021)

VIRTUAL MUSEUM ON ENFORCED DISAPPEARANCE IN SOUTH ASIA

Details

UA-Nummer:
Erscheinungsdatum | Aktualisiert am:
Index:
UA 067/25-1
16.03.2026 | -
ASA 33/0812/2026
Voraussichtlich mitmachen bis: 16. September 2026
Ganze Urgent Action (Word): deutsch
english
Nur der Modellbrief (Word): deutsch
english

Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.

English version

Baloch activists face secret trials

Five Baloch activists, Mahrang Baloch, Bebarg Zehri, Beebow Baloch, Shah Jee Sibghat Ullah, and Gulzadi Baloch are repeatedly being denied bail and face a trial in prison, without access to media or independent observers, on trumped up charges. After a year in arbitrary detention, many of the activists face serious health issues and are being denied access to adequate medical care. The Pakistani authorities must immediately release all five detained activists as they are detained solely for the peaceful exercise of their human rights. While in detention, authorities must ensure that they are afforded their fair trial guarantees, and provided with access to medical facilities.

Dr. Mahrang Baloch has been unable to obtain adequate medical care despite experiencing back pain for the last six months. Multiple applications to the prison administration have been made, but she was denied access to medical care and forced to self-medicate for months. Once her condition substantially deteriorated, a resident doctor in the prison was called to examine her, however their treatment was inadequate given lack of medical facilities in prison. The authorities were forced to take her to a hospital on 18 February 2026 after severe pain, her family and lawyers were not informed. Medical tests have revealed that Mahrang is suffering from a severe spinal condition and if she is not given proper treatment her mobility could be seriously compromised.

Bebarg Zehri was injured in an attack by Pakistan security forces in 2010 causing him to lose mobility in both legs. His condition has gotten worse during one year of detention during which he developed an infection that resulted in him having to get surgery. While the family was satisfied by his surgery, he has been denied access to post-operation care and follow-up visits with doctors. His condition requires regular physiotherapy, however inadequate care in prison has caused his condition to worsen and he has lost significant muscle mass. His family has stated that his accessibility needs are not being met by prison authorities and requests to the authorities are repeatedly ignored.

Denial of medical care has been a persistent issue for the detainees. In late April 2025, Beebow Baloch was shifted to District Jail Pishin and no reason was provided for the transfer. She was held there for several days as the only female prisoner and allegedly subjected to custodial torture. She was shifted to CMH hospital after her condition worsened significantly, and eventually she was shifted back to Hudda Jail where she has been held since.

The detention orders for the five activists – under the Maintenance of Public Order Ordinance, 1960 (MPO) – expired on 22 June 2025, requiring their release. Subsequently the activists were presented in an anti-terrorism court on 8 July, hours before a scheduled meeting of a judicial board to review the legality of their detention. Since then, the activists have been facing multiple cases under Pakistan’s Anti-Terrorism Act, 1997 across Balochistan province. Their lawyers have spent the last six months obtaining bail in different parts of the province.

While the activists have obtained bail in most of the cases, they have been denied bail in anti-terrorism cases in Quetta. All five activists are being subjected to a «jail trial», in which they are presented in front of an anti-terrorism court judge inside the prison premises. During proceedings on 7 February 2026, the activists stated that they longer had confidence in the judge presiding over their trials due to the alleged hostile remarks by the judge.

These detentions are part of a larger crackdown in the province on peaceful protests and the right to freedom of expression. Activists, lawyers and journalists speaking up against this crackdown are also being targeted. In January 2026, human rights lawyer, Imaan Mazari and Hadi Ali Chatta, who are also Mahrang’s lawyers in several cases in Islamabad, were sentenced to 10 years of imprisonment for social media posts expressing solidarity with Baloch activists, particularly Mahrang. Journalist Sohrab Barkat was also arrested in December 2025 for charges of posting on social media about Balochistan.

Anti-terrorism laws have been used to silence and penalize activists, particularly ethnic minorities such as Baloch. In June 2025, the Balochistan Assembly passed the Anti-Terrorism (Balochistan Amendment) Act 2025 which allows for detention without charge for up to three months. In October 2025, dozens of Baloch activists were placed under section 11-EE of the Anti-Terrorism Act, constituting a «terror watch list».

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Please take action before 16 September 2026.

You'll find all necessary adddress- and social media information above. English model letter as a word-file.