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| Mitmachen bis 14. November 2026 |
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Europa: CHF 1.90
Übrige Länder: CHF 2.50
Schweiz (für Kopien an die Botschaft): A-Post CHF 1.20 / B-Post CHF 1.–
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Adressen
Minister für Migration und Asyl:
Mr. Thanos Plevris, Minister of Migration & Asylum
Thivon Avenue 196-198
182 33 Ag. Ioannis Rentis
Nikaia
GREECE
E-Mail: minister@migration.gov.gr
Kopie an den Premierminister: primeminister@primeminister.gr
Kopien an
Botschaft von Griechenland
Weltpoststrasse 4
Postfach
3000 Bern 16
Fax: 031 368 12 72
E-Mail: gremb.brn@mfa.gr
Social Media Guide
Target's social media:
Twitter/X: @thanosplevris, @migrationgovgr
Facebook: Thanos Plevris
Suggested messaging:
1.)
Javed Aslam has lived in Greece for 30 years. He is a leading voice for migrant rights, including support for survivors of the Pylos shipwreck, and testified in the Golden Dawn trial.
Greece authorities have terminated his refugee status. This puts him at risk of deportation.
@thanosplevris must immediately reverse this decision. Urgent Action
2.)
Greece’s decision to terminate Javed Aslam’s refugee status raises serious concerns about whether the cessation of protection was sufficiently justified, in light of his long-standing case and continuing human rights concerns in Pakistan.
This must be reversed and his protection restored.
@thanosplevris stop this now. Urgent Action
Hashtags:
#ProtectJaved #RefugeeRights #HumanRightsDefenders #StopDeportation
Hintergrund
Dem Menschenrechtsverteidiger Javed Aslam, Vorsitzender einer Organisation der pakistanischen Gemeinschaft in Griechenland, wurde der Flüchtlingsstatus aberkannt.
Javed Aslam lebt seit fast 30 Jahren in Griechenland. Er ist ein bekannter Menschenrechtler, der sich für die Rechte von Migrant*innen und Arbeitnehmer*innen einsetzt. Javed Aslam hat in Griechenland starke soziale und familiäre Bindungen aufgebaut. Seit 2007 ist er gezielten Massnahmen der pakistanischen Behörden ausgesetzt. Die griechischen Behörden haben mehrfach versucht, seinen Status aufzuheben, wodurch ihm die Abschiebung nach Pakistan drohte. Doch trotz alledem erhielt Javed Aslem 2021 schliesslich die Anerkennung als Flüchtling in Griechenland.
Im März 2026 hoben die griechischen Behörden seinen Schutzstatus mit der Begründung auf, dass sich die Bedingungen in Pakistan für ihn geändert hätten und er keinen Schutz mehr benötige. Der Fall von Javed Aslam ist Teil einer allgemein zunehmend feindlicher werdenden Migrationspolitik Griechenlands, nachdem das Ministerium für Migration und Asyl die Absicht verkündet hatte, eine grosse Zahl von Schutzentscheidungen aufzuheben.
Die Entscheidung, Javed Aslam seinen Flüchtlingsstatus zu entziehen, scheint sich gegen seinen legitimen Einsatz für die Menschenrechte und die Gemeinschaft in Griechenland zu richten. Die griechischen Behörden haben keinen Nachweis erbracht, dass er keinen Schutz mehr benötigt, zumal er sich schon seit langem im Visier der pakistanischen Behörden befindet. Auch anhaltende Gefährdungssituationen in Pakistan, insbesondere für Menschenrechtler*innen, wurden nicht berücksichtigt. Darüber hinaus würde die Massnahme dem politischen Aktivismus von Javed Aslam die Grundlage entziehen und sein Familienleben beeinträchtigen. Dies wäre ein Verstoss gegen seine Rechte.
Javed Aslam lebt schon seit fast 30 Jahren in Griechenland und ist seit zwanzig Jahren Vorsitzender der pakistanischen Gemeinschaft in Griechenland. Er ist bekannt für seinen Einsatz für die Rechte von Migrant*innen und Arbeitnehmer*innen.
Die griechischen und die pakistanischen Behörden haben Javed Aslam wiederholt ins Visier genommen. 2007 versuchten die pakistanischen Behörden, seine Auslieferung zu erwirken. Sie bezeichneten ihn öffentlich als gesuchte Person im Zusammenhang mit Vorwürfen der rechtswidrigen Migration und des Menschenhandels. Den Auslieferungsgesuchen voraus ging seine Unterstützung für sechs pakistanische Staatsangehörige in Griechenland, die angaben, 2005 von Angehörigen des griechischen Geheimdienstes entführt worden zu sein. Amnesty International sprach sich gegen eine Auslieferung aus, mit der Begründung, dass Javed Aslam im Falle einer Rückkehr nach Pakistan ein realistisches Risiko schwerer Menschenrechtsverletzungen drohen würde.
In den darauffolgenden Jahren wurde Javed Aslam in öffentlichen Äusserungen der pakistanischen Behörden weiterhin im Zusammenhang mit diesen Vorwürfen genannt. 2018 wurde er in einer Pressemitteilung auf dem Facebook-Kanal der pakistanischen Botschaft in Griechenland als «gesuchter Krimineller» bezeichnet. Dabei wurde auf eine gegen ihn vorliegende Interpol-Red Notice verwiesen sowie auf Bemühungen, seine Abschiebung zu erwirken. Auch wenn die Website der Botschaft seither aktualisiert und entsprechende Inhalte entfernt wurden, ist die Pressemitteilung aus dem Jahr 2018 auf der Facebook-Seite der Botschaft weiterhin öffentlich zugänglich. Nach Angaben von Javed Aslams Rechtsbeistand waren die Informationen zu seiner Interpol-Fahndung noch bis mindestens 2024 auf der Website der Botschaft abrufbar.
Javed Aslam hatte 2019 internationalen Schutz in Griechenland beantragt. Dieser wurde 2020 zunächst abgelehnt, nach Einlegung eines Rechtsmittels 2021 jedoch gewährt. In den Jahren 2021 und 2023 versuchten die griechischen Behörden, seinen Schutzstatus aufzuheben oder für nichtig zu erklären. Im März 2026 hoben die griechischen Behörden seinen Flüchtlingsstatus mit der Begründung auf, dass sich die Bedingungen in Pakistan für ihn geändert hätten und er keinen internationalen Schutz mehr benötigen würde. Diese Entscheidung ging einher mit einer Abschiebeanordnung.
Die Aufhebung des Flüchtlingsstatus stützt sich auf die fortgesetzte Einstufung Pakistans als «sicheres Herkunftsland» durch Griechenland sowie auf die Wahrnehmung eines vermeintlichen Fortschritts in der Menschenrechtslage in Pakistan durch die Behörden. Ausserdem wird geltend gemacht, es habe positive Entwicklungen im Rechts- und Justizsystem Pakistans gegeben, unter anderem technologische Reformen. Ferner wird auf das Fehlen von Belegen für laufende Strafverfahren oder einen «Fahndungsstatus» gegen Javed Aslam verwiesen.
Es fehlt bei der Entscheidung jedoch der Nachweis, dass sich die Umstände, die zur Anerkennung des Flüchtlingsstatus von Javed Aslam führten, wesentlich geändert haben oder dass er in Pakistan wirksamen Schutz erhalten könnte. Auch die systematische politische Schikanierung Javed Aslams durch pakistanische Behörden in Griechenland wegen seiner Aktivitäten als Menschenrechtsverteidiger wird nicht berücksichtigt. Zudem haben die griechischen Behörden nicht nachgewiesen, dass ihm bei einer Rückkehr nach Pakistan keine strafrechtlichen Konsequenzen oder andere negative Folgen drohen.
Die griechischen Behörden ignorieren auch die andauernden Bedenken angesichts von Menschenrechtsverletzungen in Pakistan. Amnesty International hat in Pakistan in den vergangenen Jahren immer wieder Fälle von Verschwindenlassen, Folter oder Misshandlung in Haft, Einschränkungen des Rechts auf ein faires Gerichtsverfahren sowie anhaltenden Druck auf Menschenrechtsverteidiger*innen und -aktivist*innen dokumentiert. Menschenrechtler*innen sind nach wie vor Einschüchterungsversuchen, Überwachung, willkürlicher Inhaftierung und Strafverfolgung auf der Grundlage weit gefasster Gesetze zu Sicherheit und Cyberkriminalität ausgesetzt. Hinzu kommen Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Justiz. All dies trägt zu einem umfassenderen Muster von Einschränkungen des zivilgesellschaftlichen Handlungsspielraums und Risiken für Menschenrechtsverteidiger*innen und zivilgesellschaftliche Akteur*innen bei. Diese Bedingungen sind Ausdruck eines Umfelds, in dem Menschen, die sich für die Menschenrechte einsetzen, generell einem erhöhten Risiko sowohl rechtlicher als auch physischer Schädigung ausgesetzt sein können.
Javed Aslam hat sich im Laufe von fast dreissig Jahren in Griechenland ein Privat- und Familienleben aufgebaut. Seine Frau und seine Tochter haben beide einen legalen Aufenthaltsstatus im Land. Die Entscheidung, seinen Flüchtlingsstatus aufzuheben, stellt einen schwerwiegenden Eingriff in sein Recht auf Familienleben sowie in seine langjährigen Verbindungen zu Griechenland dar. Alle Massnahmen, die zu einer Trennung führen würden, auch die geplante Abschiebung von Javed Aslam, bedürfen daher einer sorgfältigen Prüfung durch die griechischen Behörden. Ungeachtet der Entscheidung Griechenlands, den Status von Javed Aslam aufzuheben, bleibt das Land an seine Verpflichtungen aus dem Grundsatz der Nicht-Zurückweisung (Non-Refoulement) gebunden. Dieser untersagt jede Rückführung, durch die eine Person der tatsächlichen Gefahr von Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt würde.
Details
| UA-Nummer: Erscheinungsdatum | Aktualisiert am: Index: |
UA 050/26 14.05.2026 | - EUR 25/1003/2026 |
| Voraussichtlich mitmachen bis: | 14. November 2026 |
| Ganze Urgent Action (Word): | deutsch english |
| Nur der Modellbrief (Word): | deutsch english |
Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.
English version
Restore asylum for human rights defender
For 20 years, Javed Aslam has served as President of the Pakistani Community of Greece and has been a prominent advocate for migrant and labour rights. After repeated attempts to end his status and residence in Greece, the Greek authorities terminated his refugee status in March 2026. The decision, which appears to target Javed Aslam’s human rights and community work, fails to demonstrate that he will not be at risk in Pakistan and does not to take into account his settled presence in Greece. The Greek authorities must restore his refugee status and halt any deportation proceedings.
Javed Aslam, 58, has lived in Greece for nearly 30 years and has served for two decades as President of the Pakistani community in Greece. He is a prominent advocate for migrant and labour rights.
Greek and Pakistani authorities have targeted Javed Aslam on various occasions. In 2007, Pakistani authorities pursued his extradition and publicly identified him as a wanted individual in connection with allegations relating to illegal migration and human trafficking. The extradition requests followed his involvement in supporting six Pakistani nationals in Greece who alleged that they had been abducted by agents of the Greek intelligence services in 2005. Amnesty International opposed the attempted extradition due to concerns that he would face a real risk of serious human rights violations upon return.
In subsequent years, public references from Pakistani authorities continued to identify Javed Aslam in connection with these allegations. In 2018, a press release on the Facebook channel of the Pakistani Embassy in Greece described him as a «wanted criminal» and referred to an active Interpol Red Notice against him, as well as efforts to secure his deportation. While the Embassy’s website has since been updated and related materials removed, the 2018 press release remains publicly accessible on its Facebook page. According to Javed Aslam’s lawyer, information relating to his Interpol Red Notice remained available on the Embassy’s website until at least 2024.
Javed Aslam applied for international protection in Greece in 2019 which was initially rejected in 2020 but granted in 2021, following an appeal. Attempts by Greek authorities to terminate or annul his protection status were made in 2021 and 2023. In March 2026, his refugee status was terminated, as Greek authorities argued that circumstances in Pakistan had changed for him, and he no longer required international protection. The decision is accompanied by a return order.
The cessation decision relies on Pakistan’s continued designation as a «Safe Country of Origin» by Greece, as well as what authorities perceive as progress in the country’s human rights situation. It also claims that there have been positive developments in its legal and judicial system, including technological reforms. It also refers to the absence of evidence of ongoing criminal proceedings or «wanted status» against Javed Aslam.
However, the decision fails to demonstrate that the circumstances giving rise to Javed Aslam’s refugee status have changed substantially or that he would be able to receive effective protection in Pakistan. It also fails to consider the long-standing pattern of political targeting of Javed Aslam by Pakistani authorities in Greece due to his advocacy activities. Furthermore, the Greek authorities have not demonstrated that he would not face criminal charges or other adverse consequences if returned to Pakistan.
Moreover, Greek authorities are overlooking ongoing human rights concerns in Pakistan. Over the years, Amnesty International has documented allegations of enforced disappearances, torture or ill-treatment in custody, restrictions on fair trial rights, and sustained pressure on human rights defenders and activists in Pakistan. Human rights defenders continue to face intimidation, surveillance, arbitrary detention, and prosecution under broadly framed security and cybercrime laws, with concerns over judicial independence, contributing to a broader pattern of restrictions on civic space and risks faced by human rights defenders and civil society actors. These conditions reflect a wider environment in which individuals engaged in human rights advocacy may face heightened risks of both legal and physical harm.
Finally, Javed Aslam has established a private and family life in Greece over nearly three decades. His wife and daughter are both legal residents in the country. The decision to terminate his refugee status constitutes a serious interference with his rights to family life and his long-standing ties to Greece. Any measures leading to separation, including the proposed deportation of Javed Aslam, therefore require serious consideration by the Greek authorities. Irrespective of Greece’s decision to terminate Javed Aslam’s status, the country remains bound by its non-refoulement obligations, which prohibit any removal that would expose an individual to a real risk of human rights violations.
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Please take action before 14 November 2026.
You'll find all necessary adddress- and social media information above. English model letter as a word-file.