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Aktion
Urgent Action − Sudan / Good News

Strafverfahren gegen Apotheker eingestellt

Ahmed Abdalla Khedir Nasir (auch bekannt als Ahmed Shifaa) ist ein Apotheker aus Dongola im Sudan. Am 18. Juli 2025 wurde ein Haftbefehl gegen ihn ausgestellt. Ahmed Shifaa hatte sich kurz zuvor in seiner Apotheke besorgt über den anhaltenden Sudankonflikt geäussert und die Rekrutierung von Zivilpersonen durch die Miliz Baraa Ibn Malik kritisiert. Er wurde am nächsten Tag festgenommen. Im November 2025 wurde Anklage wegen Anstiftung zum Aufruhr und Störung des öffentlichen Friedens gegen ihn erhoben. Am 15. April gab der vorsitzende Richter des Strafgerichts in Dongola bekannt, dass der Generalstaatsanwalt, der die Anklage gegen Ahmed erhoben hatte, alle Strafverfahren gegen ihn eingestellt hat. Dies bedeutet, dass die Anklage fallen gelassen und das Verfahren eingestellt wurde.

Good News

21. April 2026: Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass der vorsitzende Richter des Strafgerichts in Dongola – wo das Urteil gegen Ahmed Shifaa verkündet werden sollte – am 15. April bekannt gab, dass der Generalstaatsanwalt, der die Anklage gegen Ahmed erhoben hatte, alle Strafverfahren gegen ihn eingestellt hat. Dies bedeutet, dass die Anklage fallen gelassen und das Verfahren eingestellt wurde.

Nach dieser erfreulichen Nachricht sprach das Team im Sudan mit Ahmed, der der Bewegung folgende Nachricht zukommen liess: «Die Kampagne, die Sie zur Unterstützung meines Falls initiiert haben, war hervorragend und hat grosse Wirkung gezeigt. Vielen Dank, Amnesty International!»

Wir werden die Aktion so bald wie möglich mit einer offiziellen Abschlussmeldung beenden.

Details

UA-Nummer:
Erscheinungsdatum | Update Good News vom:
Index:
x UA 025/26
02.04.2026 | 21.04.2026
AFR 54/0862/2026

Hintergrund

2. April 2026:

Ahmed Abdalla Khedir Nasir (auch bekannt als Ahmed Shifaa) ist ein Apotheker aus Dongola im Sudan. Am 18. Juli 2025 wurde ein Haftbefehl gegen ihn ausgestellt, der auch im Internet kursierte. Ahmed Shifaa hatte sich kurz zuvor in seiner Apotheke besorgt über den anhaltenden Sudankonflikt geäussert und die Rekrutierung von Zivilpersonen durch die Miliz Baraa Ibn Malik kritisiert. Das Gespräch hörten weitere Personen mit. Er wurde am nächsten Tag festgenommen, aber nach fünf Stunden gegen Kaution freigelassen. Im November 2025 wurde Anklage wegen Anstiftung zum Aufruhr und Störung des öffentlichen Friedens gegen ihn erhoben. Es gab mehrere Anhörungen vor Gericht, bei denen er von bewaffneten Personen eingeschüchtert wurde. Einmal umstellten sie sogar den Gerichtssaal. Amnesty International fordert die sudanesischen Behörden auf, die Anklagen gegen Ahmed Shifaa unverzüglich aufzuheben und seine Strafverfolgung einzustellen.

Am 19. November 2025 wurde Ahmed Shifaa auf Grundlage der Paragrafen 62 und 69 des sudanesischen Strafgesetzes von 1991 vor dem Strafgericht Dongola angeklagt. Die Anschuldigungen, die sich auf «das Fördern von Aufwiegelungsideen bei Sicherheits- und Ordnungskräften» und «Störung des öffentlichen Ordnung» beziehen, gehen auf Anschuldigungen der mit der sudanesischen Armee verbündeten Baraa Ibn Malik-Brigade zurück, die behauptet, Ahmed Shifaa habe die Mitglieder der Brigade beleidigt. Ahmed Shifaa streitet diese Anschuldigungen entschieden ab und betont, dass er an diesem Tag lediglich ein Gespräch mit jemandem in seiner Apotheke geführt habe, in dem er seine Meinung über den tragischen Tod junger Menschen im Rahmen des anhaltenden Konflikts im Sudan äusserte und die Rekrutierung von Zivilpersonen durch die Milizgruppe kritisierte. Es ist wahrscheinlich, dass eine zweite Person, die sich in der Apotheke aufhielt und das Gespräch mitbekam, Ahmed Shifaa anschliessend bei den Behörden anzeigte. Am 18. Juli 2025 wurden Informationen über einen Haftbefehl gegen Ahmed Shifaa mit seinem vollständigen Namen und seinen Fahrzeugzulassungsdaten über verschiedene Plattformen in den Sozialen Medien verbreitet. Darin wurde zu seiner Festnahme aufgerufen. Diese versetzte Ahmed Shifaa in grosse Sorge um seine Sicherheit. Am nächsten Tag, dem 19. Juli 2025, wurde er in seiner Apotheke festgenommen und etwa fünf Stunden lang festgehalten, bevor er gegen Kaution freigelassen wurde.

Ahmed Shifaa hatte seither mehrere Gerichtsverhandlungen wegen Anstiftung zur Aufwiegelung und Störung der öffentlichen Ordnung. Während der Anhörungen umstellten bewaffnete Sicherheitskräfte den Gerichtssaal. Allem Anschein nach wollten sie ihn damit einschüchtern. Das Urteil im Gerichtsverfahren soll am 15. April ergehen und überschneidet sich mit dem dritten Jahrestag des Beginns des Konflikts im Sudan. Sollte Ahmed Shifaa verurteilt werden, drohen ihm bis zu sechs Jahre Haft, eine Geldstrafe oder beides.

Der am 15. April 2023 ausgebrochene bewaffnete Konflikt im Sudan hat verheerende Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung. Tausende Zivilpersonen wurden bereits getötet und verletzt, und Millionen Menschen wurden vertrieben. Der Sudan ist zu dem Land mit der höchsten Anzahl an Binnenvertriebenen und Flüchtlingen weltweit geworden. Der Sudan-Konflikt ist ein Krieg gegen die Zivilbevölkerung. Er wird in erster Linie von den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den schnellen Eingreiftruppen (RSF) geführt, die im Oktober 2021 gemeinsam einen Staatsstreich inszenierten und damit die Chance auf einen Übergang unter ziviler Führung zunichte machten. Beide Gruppen setzen Repressionen ein, um die politische und wirtschaftliche Kontrolle zu behalten und gleichzeitig den Handlungsspielraum der Zivilgesellschaft einzuschränken, um ihre Macht zu konsolidieren. In diesem Umfeld werden Gewalt und der Zusammenbruch von staatlichen Institutionen taktisch eingesetzt, um die eigene autoritäre Herrschaft zu stärken.

Zivilpersonen und zivilgesellschaftliche Gruppen werden von beiden Seiten systematisch ins Visier genommen. Nachbarschaftsinitiativen, die lokale Krisenzentren (Emergency Response Rooms – ERR) betreiben, politische Aktivist*innen, Journalist*innen, medizinisches Personal, humanitäre Helfer*innen, Menschenrechtsaktivist*innen und einfache Bürger*innen, die sich dem Krieg widersetzen oder als Gegner*innen wahrgenommen werden, erleben Angriffe, Schikanen, Inhaftierungen oder werden getötet. Dieser anhaltende gewalttätige Angriff ist kein Zufall, sondern ein strategischer Versuch, den Widerstand zu brechen, kollektives Handeln zu untergraben und Wege zur Rechenschaftspflicht und zu jeglicher Form eines zivil geführten oder menschenrechtsbasierten politischen Übergangs zu blockieren.